Nach der Revolution

31. März 2013 1 Kommentar

Nach der Revolution

Von Armut befreit sind Land und Leute
Durch des Menschen erblühte, letzte Vernunft,
Weltweit ergrünt das Hoffnungsglück;
Die alten Herrscher verloren alle Beute,
Man trieb sie in ferne Berge zurück.
Von dort her senden sie, flehend, nur
Starre Winde des Bedauerns aus Eis
Ins Nihil über die grünende Flur.
Doch Menschlichkeit duldet kein Weiß,
Überall regt sich Bildung und Streben,
Alles will sie mit Farben beleben;
Doch an Konzepten fehlts noch im Revier,
Sie nimmt ideenreiche Menschen dafür.
In die vielen Länder dieser Welt
Dringt die Kunde von der Befreiung vom Geld.
Jeder erkennt die Dimensionen dahinter
Gewiss, das war der Unterdrückung letzter Winter.
Jeder erfreut sich – in nah und fern.
Eine neue Auferstehung – ganz OHNE Herrn,
Denn sie sind selber auferstanden:
Aus enger Häuser einfachster Provenienz,
Aus Handwerks- und Gewerbesbanden,
Nutzten sie ihre letzte Chance.
Sie alle wurden ans Licht gebracht.
Unterjochung besiegt, Freiheit nun lacht.
Sieh nur, sieh! wie behend sich die Leute
Durch Wiesen und Wälder innig doch schlagen,
Um an Flüssen des Neuen zu küssen die Bräute;
Für ein anderes Leben – vom Herzen getragen.
Man hört schon der Länder Getümmel,
Hier ist der Völker wahrer Himmel,
Zufrieden jauchzet groß und klein:
Hier sind sie Mensch, hier können sie’s sein!
.
( arso : in Anlehnung an »Osterspaziergang« von J. W. von Goethe )

Armutsrisiken: SPEGEL-Online das Populismus-Medium mit Bertelsmann-Blut tut nicht gut

Kaum waren die neuen Zahlen einer EU-Statistik zur Armutsgefährdung durch die Medien gegeistert, lieferte das einstige Qualitätsmedium SPIEGEL via seines Online-Ablegers gleich den Beweis, dass man die Zahlen für Deutschland nicht ernst nehmen könnte und dass EUROSTAT mit seiner Methodik einfach falsch liegt. Deutschland würde systematisch arm gerechnet und die Zahlen hätten sehr wenig mit der Realität zu tun. Grundsätzlich steht es jedem Medium via seiner Journalisten frei, eine Veröffentlichung, eine Analyse zu hinterfragen und deren Daten auch auf Validität zu prüfen. Das ist gut so und soll so sein. Aber wenn man es schon macht, dann sollte man sich wenigstens die Mühe machen, es mit Präzision und Wahrheitsanspruch zu machen – nicht mit populistischer „Argumentation“, die, um es gleich vorweg zu nehmen, unsauberer und unschärfer ist, als die Methodik der EU, die kritisiert wird.

Dass es mit Statistiken immer so eine Sache, dies steht außer Frage. Man kann sie durchaus in die ein oder andere Richtung „lenken“, wenn man bestimmte Parameter z.B.verschweigt, vernebelt, oder falsch festlegt bzw. berücksichtigt. Natürlich kann auch die Datenlage an sich fehlerhaft sein. In der Regel dürfte dies aber seltener der Fall sein; „Streit“ gibt es eigentlich meist mehr um die Methodik bzw. die einzelnen Indikatoren, die die Statistik dann bilden. Das ist i.O. so und sollte auch immer kritisch beleuchtet werden.

SPIEGEL Online führt hier an, dass nachfolgende 3 einheitlichen Kriterien gelten würden, nach denen die EU klassifizieren würde:

  • Armutsgefährdungsquote: 15,8 Prozent der Deutschen verfügen über weniger als 60 Prozent des Netto-Durchschnittseinkommens und gelten damit als von Armut bedroht. In Deutschland liegt diese Grenze konkret bei 952 Euro im Monat für einen Single und bei 2000 Euro für eine Familie mit zwei Kindern unter 14 Jahren. Für die Armutsberichte etwa der Bundesregierung ist das der maßgebliche Faktor.
  • Erhebliche materielle Entbehrung: 5,3 Prozent der Deutschen leben in Haushalten, in denen das Geld für grundlegende Dinge fehlt – konkret für mindestens vier der folgenden neun: Miete, Heizung, unerwartete Ausgaben, mindestens jeden zweiten Tag eine angemessene Mahlzeit, mindestens eine Woche Urlaub im Jahr außerhalb der eigenen vier Wände, Auto, Waschmaschine, Farbfernseher oder Telefon.
  • Sehr geringe Erwerbsbeteiligung: Diese liegt vor, wenn die erwachsenen Mitglieder (bis 59 Jahre) eines Haushaltes zusammengerechnet weniger als 20 Prozent der möglichen Zeit einen Job haben. Bei einem Single ohne Kinder wäre dieses Kriterium erfüllt, wenn er weniger als 2,4 Monate im Jahr arbeitet. Bei einer Alleinverdienerin mit nichtberufstätigem Partner und zwei studierenden Kindern im Haushalt dagegen schon, wenn sie weniger als 9,6 Monate im Jahr beschäftigt ist.

Es wird der Eindruck vermittelt, dass dies die objektiven Kriterien wären, nach denen eben die Statistik erstellt worden ist – das ist aber nicht der Fall. SPIEGEL-Online täuscht hier leider die Leser. Ob bewusst oder unbewusst, ist letztlich egal – es ist pure Schlamperei und zeigt, wie dort analytisch gearbeitet wird. Aber gehen wir in medias res:

Die erste unlautere „Unschärfe“ die SPON schon im ersten Kriterium begeht, ist, dass behauptet wird, dass, wer weniger als 60% des Netto-Durchschnitteinkommens hat, dann eben armutsgefährtdet ist. Man verschweigt aber, dass das KRITERIUM der EU an dieser Stelle heißt: „Als von Armut bedroht gelten Personen mit einem verfügbaren Äquivalenzeinkommen unterhalb der Armutsgefährdungsschwelle, die bei 60 % des nationalen verfügbaren medianen Äquivalenzeinkommens (nach Sozialtransfers) liegt. “ – Nach (erfolgten) Sozialtransfers! Das heißt im Umkehrschluss, es gibt sehr wohl eine quantifizierbare Menge an Menschen, die NUR dank der Zahlung von Sozialtransfers aus diesem Kriterium „rausfallen“. Zum Vergleich an dieser Stelle: Würde man das Kriterium der Sozialtransfers herausnehmen, dann läge die Gefährdungsquote bei 25,1% (Quelle: destatis), also fast 10% höher. Oder anders ausgedrückt: 9,3% der Bevölkerung in D fallen aus dem Kriterium 1 heraus, weil der Staat ihnen Sozialleistungen zahlt. Das sollte man sich mal in aller Ruhe durchdenken; denn es zeigt die Dimension des Gefährdungspotential „gut“ auf.

Die Indikatoren, die das 2. Kriterium der EU bilden, sind sicher in der Tendenz einer Ausprägung der richtige Weg, aber sie sind leider auch recht vage, um damit wirklich zuverlässige Aussagen treffen zu können. Die Angaben implizieren subjektive Komponenten, so dass eine Standardisierung hier doch schwierig scheint. Was ist eine angemessene Beheizung? Was fällt unter unerwartete Ausgaben? Nun denn, man kann über die Indikatoren streiten und reden, aber wenn man es macht, dann sollte man es inhaltlich tun. Im Artikel von SPON war davon nichts zu lesen.

Das 3. Kriterium, das SPON anführt ist ebenfalls fehlerhaft übernommen worden, denn die EU legt das KRITERIUM anders fest, unzwar so: „Als in Haushalten mit niedriger Erwerbstätigkeit lebend gelten Personen im Alter von 0-59 Jahren, die in Haushalten leben, in denen die Erwachsenen (18-59 Jahre) im vorhergehenden Jahr insgesamt weniger als 20 % gearbeitet haben.“ Weiterhin ist in den Metadaten zur Statistik bei EUROTSTAT eindeutig angegeben, dass z.B. Studenten hier nicht zählen. Es ist fast schon grob fahrlässig, dass SPON hier eine „Berechnung“ aufzeigt, nach der eine Familie mit 2 Kindern und nur einem Partner, der arbeitet, dann bereits bei unter 9,6 Monaten Beschäftigung/Jahr dann arm wäre. Diese Methodik sieht die EU-Statistik nicht vor. (vgl. Metadatenauszug hier)

Im weiteren führt SPON aus, dass die EU-Methodik daran kranken würde, dass schon eines der 3 Kriterien ausreicht, um als arm zu gelten; im Weiteren fährt man fort, dass dies zu „bizarren Verzerrungen“ führen würde, die dann nachfolgend durch Beispiele „belegt“ werden. Hierzu ist Folgendens festzustellen:

Die Angabe, dass „8,5% der Deutschen zwar weniger als 60% des Durchschnitteinkommens hätten(…) usw.“ kann man zwar anführen, aber sie hat leider KEINE valide Basis, um als Vergleich zu dienen, denn die Daten von EUROSTAT sind repräsentativ, statistisch ermittelt worden. SPONs Daten sind, ja, was sind sie, Umfragen? Man weiß es nicht. Und daher ist dies Schönrechnung auf 11,4% einfach nur lächerlich und zudem ist sie mathematisch-statistisch hanebüchen. Denn: Es existiert ja gerade der Vergleichbarkeit wegen das konkrete Kriterium (weniger als 60% des nationalen Durchschnittseinkommens [nach Sozialtransfers]). Und dieses Kriterium ist verbindlich innerhalb der EU und darauf basieren die Werte. Wenn das SPON nicht passt, dann muss sich SPON dafür stark machen, dass man den Wert (z.B. 60%) auf was auch immer ändert. Die Statistik ist seitens der EU hier also absolut sauber. Und gut.

Die als 2. Schönrechnung herausgefilterten „Daten“ für das Kriterium Erwerbstätigkeit kann man objektiv nicht mehr nachvollziehen, denn WOHER hat SPON diese Zahlen? DIE EU hat KEINE diesbezüglichen Daten erhoben, die einen solchen Schluss zulassen würden. Das is populistisches Gerechne auf Schönwetter-Niveau.

Ebenso unverständlich ist das Anbringen des weiteren Monitums, dass man Ungleichheit messen würde und dann Rumänen und Luxemburg „vergleicht“. Diese Methodik ist unlauter, denn die EU nimmt als Maßstab den jeweiligen nationalen Median des Durchschnittseinkommens. Nur wer unterhalb von 60% liegt, gilt als arm; es ist dabei unerheblich, ob der Median in Luxemburg X beträgt und in Rumänien Y. Der Vergleich erfolgt also relativ (auf die 60% bezogen) nicht absolut…

Fazit:
Man kann kritisieren, aber mann sollte es dann schon etwas präziser tun und dezidiert auf die Methodik von Eurostat eingehen. Die Schönrechnung des Armutsrisikos von 19,9% auf 9,1% bleibt indes Hokuspokus, der nichts mit der Realität zu tun hat. Deutschland hat, als eines der reichsten Länder der Erde, ein Armutsproblem von hohem Ausmaß. Und daran sollte man arbeiten – aber nicht mit populistischem Schönrechnen.

Schavans Gewissensbisse oder Warum der akademische Vertrieb neu justiert werden sollte…

Business as usual

Da schwabbte sie wieder mal über uns herein, die mediale Erregungswelle des prämodernen Internetzeitalter. Losgetreten durch einen Abtrünnling von VroniPlag begann die Welle sich allmählich zu nähren, bis sie als winziger Empörungstsunami dem ein oder anderen Medium das Quotenloch zu füllen schien. Selbst das Leitmedium der Öffentlich-Rechtlichen sah sich im Zugzwang und berichtete in den 20-Uhr-Selektionen über das Anspülen dieser neuen Welle der Erregung im Volk. Die Bundesbildungsministerin, Frau Prof. Dr. Schavan, schien also eindeutig des Plagiierens überführt und das ginge ja nun mal überhaupt nicht: „Eine Betrügerin.“, „Eine Hochstaplerin.“, „Rücktritt!“, wurden laut. Sie wurde in abenteuerlichen Rankings des Plagiierens aufgenommen, sie wurde mit dem Copy-and-Paste-Kaiser zu Guttenberg verglichen, sie wurde mit unzähligen Attributen und Meinungsäußerungen konfrontiert, die mehr oder weniger „nur“ Kritik, Missbilligung oder Unverständnis ausdrückten. Das ist grundsätzlich legitim, aber ob es dem Sachverhalt wirklich gerecht wird, dies muss man zumindest anzweifeln. Warum?

Verfehlte Politik, weniger verfehltes Wissenschaftliches Arbeiten

Weil all die, die sofort „Rücktritt!“ oder „Betrügerin“ skandierten, komischerweise nicht selbigen forderten, als Frau Schavan ihre elitären, neoliberalen Bildungsideale politisch durchsetzte, oder das Einführung von Exzellence-Clustern als Mittel der aggressiven Selektion manifestierte, oder sie die Studiengebühren einführte, sich für deren Ausbau stark machte und unverhohlen das 2-Klassen-Bildungssystem massiv „förderte“. Auch blieben diese Stimmen stumm, als Frau Schavan die Hochschulen, ganz in Anlehung an die neoliberalen Ausbeutungsmuster, immer mehr dazu trieb, dass sie Wissesnschaftler und Lehrende zu Bedingungen einstellen mussten, die man nur noch als Farce bezeichnen kann. Da fand und findet ein Ausverkauf von Forschung und Lehre statt; auf dem Rücken von hochausgebildeteten Menschen. Das Einzige, was Frau Schavan zu aufkommender Kritik bzgl. dieser Generierung eines „Forschungs-Prekariats“ einfiel, war, dass dafür die Länder, in denen die Unis, Hochschulen lägen, selbst zuständig wären. Zynismus in Reinform – mit dem lächelnden Gesicht der Hardlinerin übermittelt.

Bei all diesen Ausverkäufen von Bildung, Forschung und Lehre, da blieben die Stimmen stumm, da gab es kaum Empörung, da skandierte keiner „Verräterin“ oder „Widerstand“ oder „Rücktritt“. Es gab und gibt unzählige Gründe, für die man Frau Schavan hätte einen Rücktritt nahelegen können und müssen; z.B. weil Sie eben keine BUNDES-Bildungspolitik macht, sondern eine SELEKTIONS-Bildungspolitik; aber jenen zu fordern, weil sie -ohne Zweifel- plagiiert hat, ist doch etwas verkürzt gedacht. Aber es ist wohl etwas bequemer und einfacher, sich auf einen schon fahrenden Zug aufzuschwingen und dann mal lauthals die Lieder mitzusummen, die das Fahrgeräusch schon von sich aus macht. Und moralisch zeigt man sowieso immer lieber eher auf andere. Das ist zwar menschlich aber fein ist es eben auch nicht. Fein, wird der ein oder andere jetzt denken, fein war/ist sie ja auch nicht, sie hat plagiiert. Das ist richtig. Keinen Widerspruch. Aber man sollte die Sache (auch) mal analytisch betrachten…

Randnotizen zum Wissenschaftlichen Arbeiten

Das Promotionsverfahren ist etwas Besonderes. Man wird in den Kreis der Wissenschaftler aufgenommen, man wird eben promoviert. Im Promotionsverfahren beweist der Promovend, dass er selbstständig wissenschaftlich Arbeiten/Forschen kann und dabei sowohl formale, als auch ethische Curricula zu berücksichtigen vermag. Da ist nichts Neues. Das ist seit Jahrhunderten so. Und ja, es ist auch gut so, dass diese systemische Komponente (noch) nicht verloren gegangen ist – trotz der massiv zunehmenden Durchökomomisierung im akademischen Betrieb. Was die formalen Kriterien betrifft, so muss man im Rahmen der Dissertation, wie in jeder sonstigen akademischen Arbeit aber auch, dafür Sorge tragen, dass Quellen, die man verwendet, auch als solche zu erkennen sind. Dies muss schon allein aus dem Grund erfolgen, da man erkennen können muss, in welchem Umfang jemand selbst gedacht hat, oder ob er eben einen Bezug zu einer Quelle beleuchtet, oder ob er zitiert, um damit zu diesem oder jenen überzuleiten oder etwas zu belegen, oder etwas zu untermauern usw. Das Verwenden von Quellen ist notwendige und hinreichende Vorraussetzung jedes wissenschaftlichen Arbeitens. Diese werden i.d.R., wie eine Art Netzstruktur, mit den eigenen Erkenntnissen und Ausführungen verwoben und führen dann im „Regelfall“ zu neuen Erkenntnissen. Man kann z.B. Quellen als Thesen verwenden, um dann zu falsifizieren oder damit Untersuchungen beginnen usw… Wenn man all das zuvor Erwähnte nun berücksichtigt und ernst nimmt, dann stellt sich sofort dar, dass die Dissertation Schavans z.B. in KEINEM Fall mit der von zu Guttenberg verglichen werden kann. Zu Guttenberg war es „gelungen“ die Webstruktur so zu perfektionieren, dass er OHNE nennenswertes eigenes Zutun eine Art von Pseudo-Erkenntnissen zu generieren vermochte, die logisch schlüssig und auch kohärent waren, aber die eben NICHT darauf beruhten, dass er (überwiegend) eigenständig zu Erkenntnissen gelangt ist. DAS ist der kleine, aber dramatische Unterschied zwischen Schavan und zu Guttenberg, denn Schavans Diss. lässt sehr wohl erkennen, dass sie eigenständig Dinge und Sachverhalte durchdacht, bewertet und verwoben hat. Daran besteht für mich kein Zweifel. Richtig ist aber auch, dass Schavan Quellen verwendet hat, für die sie KEINE Angabe gemacht hat, oder die sie so verwoben hat, dass der Eindruck entstanden ist/sein kann, es wären ihre eigenen Erkenntnisse. Das ist grundsätzlich -mit Verweis auf die normativen Curricula- nicht einfach so tolerierbar – als Kavaliersdelikt oder „unsauberes“ Arbeiten. Man muss hier schon sehr genau hinschauen.

Das Erkennen und Einordnen von Plagiaten

Schavans Dissertation ist aus dem Jahr 1980. Sie entstammt also einem Zeitalter, in welchem das Internet und seine Möglichkeiten noch unbekannt waren. Die erste Bemerkung, die hierzu gemacht werden muss, ist, dass allzugern die Maßstäbe angelegt werden, die heute das Paradigma bilden. Man sollte also, wenn man fair, objektiv und (auch) wissenschaftlich sein will, die Maßstäbe anlegen, die 1980 das Paradigma verkörperten. Es muss nicht zwingend so sein, dass beide Maßstäbe (1980 und 2012) gleich sind. Wissenschaftiches Arbeiten heißt auch, dass es Veränderungen organisch spiegelt. Ganz allgemein. Der Kanaon dessen, was man heute gemeinhin als Plagiat bezeichnet, entspricht nicht zwingend dem, was 1980 ein Plagiat war. Ein Grundproblem war und ist es immer gewesen, AB WANN man eben von einem Plagiat sprechen kann. Das indirekte Zitieren, in Morphe des Paraphrasierens, ist eben NICHT normativ so geregelt, dass man eine Art Anleitung hätte, nach der man nun wie auf einer Abhakliste feststellen kann, dass diese oder jene Ausprägung dann automatisch als Plagiat überführt werden kann. Zudem sollte man bedenken, dass es sehr wohl (auch) möglich ist, dass man Passagen selbst so verfassen kann, dass diese dann Ähnlichkeiten zu Textstellen haben, die den Eindruck erwecken, dass es Plagiate wären, obwohl es keine sind; einfach weil die Art der Textstrukturen Similaritäen aufweist, die sich durch Kontexte in gewisser Weise „zwangsläufig“ so entwickeln können.

Des Weiteren muss im Kern immer (auch) mitberücksichtigt werden, ob nicht angegebene Quellen wirklich dazu führ(t)en, dass man vorgenommene „Verarbeitungen“ sonst hätte anders bewerten müssen. Wenn also jemand „nur“ auslässt, dass eine Passage von Quelle X stammt, aber darauf aufbauend dieses und jenes gefolgert hat, dann ist dies schon noch etwas (qualitativ) anderes, als wenn man eine Passage von Quelle X nicht angibt und die Quelle selbst als (gewonnene) Erkenntis „dient“. Dass es ein formales Fehlverhalten ist, steht natürlich außer Frage, aber es muss auch die qualitative Ebene beachtet werden.

Ab wann nun aber die Summation von formalem Fehlverhalten, wenn es „nur“ solches war, trotzdem dazu führen muss und sollte, dass man nicht mehr sagen kann, dass jemand wissenschaftlich exakt, im Sinne der eingangs erwähnten Curricula, geforscht hat, dies ist eineindeutig nicht zu beantworten, denn es ist schlicht NICHT geregelt. Es gibt keine normativen Standards, die sagen, dass ab der Anzahl X [in %] von „ausgelassenen“ Quellen eine Dissertation eben nicht mehr „haltbar“ ist. Das ist nicht nur bedauerlich, sondern DAS ist der eigentliche Skandal, den man viel dezidierter beleuchten sollte. Warum gibt es keine Standards? Was ist seit zu Guttenberg geschehen? Ist es nicht so, dass immer mehr Unis/Hochschulen dazu übergehen, dass sie Plagiate nur noch per Software prüfen? Reicht dies? Kann eine Software wirklich so tief prüfen, wie es eigentlich notwendig wäre? Das Erkennen von Plagiaten stellt höchste fachliche Anforderungen; aber in den diversen Erregungwellen zu den zahllosen vermeintlichen „Plagiatoren“ wird immer recht schnell und undifferenziert von vielen attestiert, dass er/sie ein Plagiator ist. Aber auch der akademische Betrieb trägt hier eine Mitschuld, denn das Selbstverständis von akademischer Transparenz war und ist mehr als zweifelhaft.

Eine akademische Neujustierung (auch in der Transparenz) täte Not

Wäre die Universität Düsseldorf klug gewesen, dann hätte sie ein öffentliches Verfahren zur Überprüfung aller als Plagiat bezeichneten Textstellen sowie möglicher noch nicht gefundener Textpassagen, die nicht als Quelle angegeben worden sind, angestrebt. Die Uni hat die einmalige Chance verpasst, dem akademischen Betrieb eine Neujustierung zu verpassen, die in der öffentlichen Wahrnehmung eine Transparenz hätte erzeugen können, die es vielen ermöglicht hätte, zu verstehen, worum es tatsächlich geht. Man hätte einfach nur das Selbstverständnis medial steuern und streuen müssen.

Nähmen wir an, dass die UNI Düsseldorf einfach (zusätzlich) 3 UNIs damit „beauftragt“ hätte, die Dissertation von Frau Prof. Dr. Schavan zu überprüfen. Öffentlich. Mit all der Transparenz in der (Be)Wertung, WARUM diese oder jene Textstelle nun ein Plagiat sei, oder eben auch nicht. Was wäre dies für ein Gewinn für die wissenschaftliche Kultur gewesen; hätte dieses Verfahren doch eben der Öffentlickeit auch das Verfahren des Erkennens und Einordnens an sich, welches gewiss nicht einfach ist, offengelegt und damit wiederrum auch für Außenstehende erkennbar gemacht, dass es so einfach eben nicht ist… Mit öffentlich ist hier aber gemeint, dass es zugänglich in der Eruierung ist; es soll nicht heißen, dass „hinter“ den Gutachtern bei ihrer Arbeit nun die Öffentlichkeit „sitzen“ soll.

Stattdessen hat(te) man sich für eine Art Hinterzimmervariante entschieden. Intransparent. Elitär. Dass Frau Schavan inzwischen auch noch in einer durchaus als unangemessen zu bezeichnenden Art und Weise -juristisch- (re)agiert hat, ist zudem unverständlich, denn es schadet dem Wissenschaftsbetrieb als solchen. Und dies kann niemals gut sein.

Europabekenntnis

30. September 2012 1 Kommentar

Europabekenntnis

Mein Denken ist geprägt von Hellenen
Bezirzend durchströmt’s meine Seele –
Und fließend durch jede meiner Venen
Vernünftig es küsst oft die Kehle.

Wenn Schönheit ich irgendwo erspähe
Dann meist mit hellenischem Blicke
Vor Glück ich französisch mich dann drehe
Als Dank für die neuen Geschicke.

Auch mag ich diese Römer arg leiden
Sie strahlen vom Herzen innig tief –
Ein Friedrich bewohnte ihren Weiden
Mit wahrem Kulturverständnis: Schnief!

Diese Spanier, die sind wie Verwandte
Weil von Franco sie sich befreiten –
Steh’n mir näher als manche Bekannte
Die entfremdet durchs Land nur gleiten.

Auch wär ich gerne mal ein Franzose
Der die Grande Nation mobilisiert –
Zög‘ über der Brüderlichkeit Hose
Die Humanismus als Ziel gutiert.

Ich ruf zu Rumänen und Bulgaren
Kolonialismus wir müss’n besieg’n!
Und nieder mit den billigen Waren
Die unser Fortkommen nur bekrieg’n!

Wenn ich weine, dann oft portugiesisch
Weil im Fado ich gern versinke –
Melancholie die klingt paradiesisch
Wenn mit Pessoa ich sie trinke.

Mag sein dies hier sind nur ein paar Worte
Die bekennend ich niederschreibe –
Doch bin ich verbunden diesem Horte:
Europa, ich mag dich als Bleibe…

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Zwischenruf: Kapitalismus reloaded – Was wir wirklich retten sollten

28. August 2012 1 Kommentar

Die wahre Leitwährung: Vertrauen

Die Krisen unserer Zeit sind mannigfaltig. Wirtschaftskrisen. Finanzkrisen. Kulturkrisen. Gesellschaftskrisen. Sinnkrisen. Als gefühlte Wahrnehmung könnte man attestieren, dass sowohl Anzahl als auch Komplexität der einzelen Krisen stetig zunehmen. Zudem scheinen die Zyklen, in denen sie auftreten und der Grad ihrer Verwobenheit zuzunehmen. Dennoch wäre dieser Befund nicht neu. Er spiegelte nur ein mehr oder weniger normales, organisches IST wider; denn Krisen gehören zum Kapitalismus. Sie sind systembedingt.

Gewiss, Europa stand in dieser Konstellation noch nie in seiner langen geschichtlichen Tradition vor solchen Herausforderungen. Dies wird wohl niemand ernsthaft bestreiten wollen. Ein wesentlicher Aspekt, der immer wieder in diversen Kontexten zu Krisen führt(e), ist und war aber der Verlust von Vertrauen. In Strenge müsste man eigentlich vom Vertrauen als DER Leitwährung schlechthin reden und dem Vertrauen DIE Macht zusprechen, der es gebührt: Die meist ausgeprägte. Es ist DAS konstituierende Element schlechthin. Im Politischen. Im Gesellschaftlichen. Im Kulturellen. Im Wirtschaftlichen.

In Zeiten, in denen man viel und gerne über entfesselte Finanzmärkte redet und schreibt, in denen man die scheinbar endlose Proftgier vieler Unternehmer (zu Recht) an den Pranger stellt, in Zeiten, in denen vielen politischen Institutionen ein Vertrauensverlust bisher nicht gekannten Ausmaßes bescheinigt werden muss [Anm: Das spiegelt sich nicht nur in den nach wie vor sinkenden Wahlbeteiligungen allerorten wider], in diesen Zeiten muss es eine, wenn nicht gar DIE Kernaufgabe sein, dass man das Vertrauen wieder zurückgewinnt bzw. dass man ein neues gedeihen lässt.
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(Rück)Gewinnung von Vertrauen durch eine Kultur der Transparenz

In den Medien, in Gesprächen miteinander, in diversen Veranstaltungen und nicht zuletzt in künstlerischen Aktionen und Installationen wird seit vielen Jahrzehnten darauf aufmerksam gemacht, dass die realen Wirtschaftsleistungen und ein (organisch dazugehöriger) Geldumlauf signifikant auseinanderdriften. Diese Erkenntnis ist nicht neu. Wir haben haben uns aber trotz dieser vorhandenen Erkenntnis immer weiter dazu „verpflichtet“, dass wir so weiter machen (wollen). Bisher jedenfalls. Gewiss, es gibt auch „Zwänge“ hierfür. Das soll aber an dieser Stelle nicht der Punkt sein, um den es gehen soll. Es soll auch keine Fokussierung auf den Aspekt erfolgen, dass sich der Reichtum qua status immer mehr konzentriert. Weltweit ist dies zu verzeichnen. Gewiss. Und leider.

Es sollte stattdessen mal darüber nachgedacht werden, ob man nicht mit einer Kultur der vermehrten (wirtschaftlichen) Transparenz im Hinblick auf die Prozesse der Herstellung von materiellen wie immateriellen Gütern etwas bei uns allen im Bewusstsein verankern könnte: Einen verinnerlichten Bezug zum wahren Wert eines Produkts, einer Leistung. Man sollte versuchen, Vertrauen damit zurückgewinnen, indem man nachvollziehbar und bewertbar über jenes in Kenntnis gesetzt wird, was leider häufig eher mit einem Vertrauensverlust belegt ist: Das wahre Wissen um die Höhe der Marge(n), die man aufschlägt, um Gewinne zu generieren. Wir erachten es als geradezu selbstverständlich, dass die Freiheit(en) des Marktes es uns ermöglichen, dass Produkte hergestellt und verkauft sowie Leistungen erbracht werden können, bei denen Gewinne im Prinzip beliebig ausfallen können. Warum eigentlich? Würden wir wirklich noch Produkt A oder B oder C kaufen, oder Leistung D oder E in Anspruch nehmen, wenn wir im Sinne einer kulturell ausgeformten Transparenz wüssten, dass hierbei 70, 100, 200 oder X % Gewinn generiert würden und nur X % davon die reinen Kosten ausmachten? Würden wir nicht beginnen, zu vergleichen, zu überdenken und uns nicht vielleicht auch fragen, ob das alles angemesen ist? Sollte man dies in einem freien Markt nicht mehr hinterfragen? Wir haben doch in vielen anderen Kontexten unseres Lebens auch natürliche Schranken und Schwellen, die unser Miteinander regeln – normativ. Warum nicht bei Gewinnen – im Allgemeinen wie im Besonderen?
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Ein neues Bewusstsein über Gewinne an Produkten und Leistungen

Wäre es nicht so, dass man sich, wenn man wüsste, was die Gewinnmargen sind, viel mehr mit den Produkten auseinandersetzen würde, ja fast schon müsste? Wir beklagen z.B. zu Recht, dass der Neoliberalismus eine degenerierende Ausprägung der kapitalistischen Wirtschaftsform ist, aber begegnen wir ihm wirklich mit offenen Augen? Erkennen wir beim Kauf des Kühlschranks, Notebooks, Autos, der Einbauküche usw., welche konkrete Form der Herstellung dahinter steckt? Wollen wir es überhaupt erkennen? Oder wollen wir doch nur konsumieren? Gewiss, diese Gedanken mögen unbequem oder auch moralisch sein, auch wenn sie ebenfalls nicht neu sind, aber sie müssen (wieder) dauerhaft ins Bewusstsein gelangen, da hinter allen Produkten eben eine Herstellung steht und mit dieser ein Vertrauen in den Kapitalismus im Besonderen in bezug auf das konkrete Produkt, wie im Allgemeinen in bezug auf das System der Herstellung von Waren an sich, verbunden ist.

Der Umstand, dass man die Profitgier vieler Unternehmen geißelt, hat ja auch damit zu tun, dass wir im Kontext der Herstellung eines Produkts beispielsweise die Verlagerung von Arbeitsplätzen in externe Gebiete zwar wahrnehmen und i.d.R. selten begrüßen, aber zugleich eher selten wissen, wie sich dies effektiv auf die Preisstruktur der Leistung, des Produkts im Sinne der Transparenz auswirkt. Ahnen und Fühlen tun wir es sicher. Auch scheint es eine Chimäre zu sein, dass Verlagerung von Arbeitsplätzen per se immer Kosten sparen würde. Dies wissen wir heute. Aber das würde den Rahmen hier sprengen. Lassen wir diesen Aspekt daher außen vor. Aber eines muss als gesetzt gelten: Es geht ganz klar Vertrauen verloren. In das System. In Unternehmen. Auch in uns.

Ausdrücklich sei an dieser Stelle darauf verwiesen, dass sich auch immateriell generierte Produkte dieser Tranzparenz stellen sollten. Und man möchte einwenden, dass es dort fast noch notwendiger wäre…

Entscheidend sollte sein, dass eine kulturell verankerte Transparenz über Herstellungskosten/Leistungskosten und Gewinne angestrebt wird. Gewiss, Gewinne sind per se nichts Schlechtes; damit dies nicht missverstanden wird. Sie sind notwendig. Um (wieder) investieren zu können. Um innovativ sein zu können. Auch, um als Unternehmer vernünftig leben zu können. Keinen Widerspruch. Betonung aber auf vernünftig. Doch wenn die Systeme so ausgelegt, daß man diese Transparenz nicht oder kaum hat und man weiß, dass z.B. Menschen für Hungerlöhne an der Produktion beteiligt sind, dann schwindet eben auch das Vertrauen in die Herstellung und damit in den Hersteller.

Was wäre so schlimm daran, wenn Unternehmer A für seine Produkte 1, 2 und 3 oder Unternehmer B für seine Leistungen 4 und 5 offenlegt, dieses und jenes Verhältnis von Kosten und Gewinn zu haben? Eigentlich nichts, möchte man meinen. Vielleicht steckte aber ein Unbehagen in ihnen, daß man sie dann ab einem bestimmen Level als (zu) gierig bezeichnen könnte? Das würde sicher so sein. Aber genau DIES wäre es, was anzustreben ist: Ein Rückkoppelungsmechanismus, der sich einer (normativen) Ethik verpflichtet sieht. Einer Ethik, die ein auskömmliches Miteinander einer größtmöglichen Anzahl von Menschen ermöglichen würde. Nicht eine, die nur Teile partizipieren läßt.

Auch wenn das Bestimmen eines normativen Schwellenwertes für Gewinne im Kontext der hier erwähnten Transparenz schwierig ist, so würde diese Maßnahme aber einen erweiterten Bezug zu Produkten und Leistungen ermöglichen und zugleich könnte man damit wieder Vertrauen zurückgewinnen oder auch neu schaffen. Letztliche müsste aber zusammenhängend und systemisch daran gearbeitet werden, dass man verlorenes Vertrauen auf den unterschiedlichsten Terrains wieder erlangt.

Muttis Minister sind alles Philister…

29. Juli 2012 2 Kommentare
Wir verkörpern Minervas Wahrheit in Person –
Wenngleich wir als ministrable Verteidiger obschon
Hin und wieder den Überblick über sie leicht verlieren –
Dafür wir aber rhetorisch scheinbar brillieren
Mit Strategien zur Rettung unsres veritablen Amtes
Das uns bedeckt mit der Klarheit weißen Samtes
Welcher uns bettet wie auf christlichen Werten
Die früher man ehrte bis wie sie schließlich lehrten
Um zu demonstrieren die Fallhöhe des polidemischen Betriebs
Ab der man aufsteigt – Dank eines abgeklärten Triebs
Zum Verspotten, Verhöhnen, Verklären und Verschleiern
Des allgemeinen Volkes präjudizierend wie unter Geiern
Die das Aas, das sie selber schufen, nun frisch servieren
Und damit versuchen lobbyistische Macht zu kaschieren.
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Wir haben ein reines Gewissen – vor uns und unseren Familien –
Sind fraglos tangiert von Offerten weißer Lilien
Die man medial uns versucht manchmal anzutragen –
Wir erwidern sie ehrbar – mit welken Klagen
Die unser Selbstverständis verhüllend entnebeln sollten –
Als Dank werden wir nicht selten des Machtmissbrauchs gescholten;
Dieser ist etwas, was man sich nur muss leisten wollen –
Minister verplichtet! Es geziemt sich nicht, bei Gebrauch zu grollen
Über Petitessen die durchzogen von linker Amoral
Die früher besetzte die UNIs und heute tanzt in deren großen Saal.
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Wir steh’n zu unsren Worten wie die Felsen in der Brandung
Und fordern uns noch so viele auf – zu einer feigen Landung –
Es wird sie nicht geben, denn wir haben Verantwortung übernommen
Für das Deutsche Volk und sei sie noch so verschwommen
In der Wahrnehmung der anderen als solche zu erkennen
Wir geben unser Ehrenwort: Wir werden uns niemals von ihr trennen!
Es sei denn, unsre Mutti begehrt auf zur feierlichen Demission –
Dies wär‘ was andres: Nämlich DAS Verdienst als Gipfelhohn…

( arso, Juli 2012 [Sommerloch] )

Europäische Schauermotette

7. Juli 2012 1 Kommentar
Leise trällern Ökonomen der Vernunft
Ihre Elegien der Komplexität –
Anderswo zwitschern jene der Gegenzunft
Lautstarke Lieder als schmackhaftes Brät.
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Medialisiert wird immer und überall
Meist mit Erregung und Ideologie –
Realitäten kommen dabei zu Fall
Die Banken-Union ergötzt sich am „Si!“.
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Die Stimmen der Märkte wirken disparat
Doch ihr Parkett ist solide und versiegelt –
Für Menschen ist’s meist ein schmaler Grat
Im Tanz zu erkennen – wer warum abwiegelt;
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Drum wird debattiert, geblogt und gescholten
Gegliederte Klänge bezirz’n die Seelen –
Ob die Meere aus Chören das aber wollt’n
Wissen nur die Banken: Nach dem Taler zählen.
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© arso
Kategorien:geh'dicht, Zeitgeist