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Archive for the ‘BGE’ Category

(G)Rußzeichen des Mohnisters

5. Juni 2011 10 Kommentare
Liebe Leser,
werte Kabinettskollegen,

ich, der graufarbene Mohnister mit roten und schwarzen Punkten, die sich asymmetrisch über der Oberfläche verteilen, möchte Sie im neu eingerichteten Ministerium für Luzide Kunst und dissipatives Träumen (MiLuKuDiT) Politik, Literatur und Sprache (PóLiS) [Anm: es gab eine ministerielle Umstrukturierung] aufs Herzlichste begrüßen. Bitte sehen Sie mir den Umstand nach, dass meine (G)Rußzeichen erst heute ins Licht der Öffentlichkeit aufsteigen, aber von einem kann ich mich dann doch nicht befreien: Meinem Hang zu Tagträumereien. So kam es, dass ich im Halbtraum bereits die 2 Beiträge verfasst hatte, ehe ich mich nun den (f/n)ormalen Gepflogenheiten widme…In Anlehnung an meine Kurzbeschreibung im Header möchte ich mir erlauben, zu ergänzen, dass ich unter Präsenz keineswegs verstehe, dass man stetig präsent ist, denn eines ist ja gerade in diesem Ressort hier unabdingbar: Zeit für Reflexion(en), Zeit zum Wirken lassen, Zeit zum Träumen. Es wird also, so hoffe ich, keineswegs der Fall sein, dass ich Sie, liebe Leser und Sie, liebe Kollegen, hier inflationär behelligen werde. Mein Ziel soll es sein, eine gewisse Wirkungsmächtigkeit zu entfalten, die, dies ist mir sehr wichtig, im ZUSAMMENSPIEL mit den anderen Ressorts dazu einlädt, über diesen oder jenen Aspekt vielleicht ein wenig (mehr) nachzudenken. Denn eines wollen wir doch sicher alle: Uns wohlfühlen! Letztlich können meine Kollegen und ich Ihnen aber auch nur ein paar Instrumente mit in die Hand geben; ob Sie daraus eine Komposition zu erschaffen vermögen, dies obliegt dann doch wiederum ein wenig dem Einzelnen.

Vielleicht machen Sie an dieser Stelle mal eine kleine Pause, und widmen sich (auch) den Themen meiner Kabinettskollegen, die sich der Lautmalerei bzw. der Liebe verschrieben haben; ich bin mir gewiss, dass Sie dann später auch diese Grußnote hier weiter überfliegen werden; serielles Lesen und Rezipieren ist nicht immer das Optimum :-) — Sehr ans Herz legen möchten ich Ihnen bei dieser Gelegenheit aber auch noch unser Presseorgan hier im GnBK, die Gladbeckskaja Pravda, welches einen wertvollen Beitrag zum Durchblicken in unseren Zeiten leistet…

Wichtig erscheint mir auch, anzumerken, dass Sie hier vordergründig Gedankenfragmente lesen werden, dass Sie hier keine vorgefertigten Meinungen, keine druckreifen Elaborate oder Sonstiges präsentiert bekommen (oder auch bekommen sollen), die Sie dann „nur“ noch übernehmen brauchen. Ich könnte hier etwas polemisch anmerken, dass wir ja hierfür genügend Medien haben, deren „Reputation“ darauf beruht, dass man sie zitiert. — Ich glaube eher an die Enzensbergersche Radiotheorie, also daran, dass jeder heute zum Sender werden kann und dass die herkömmlichen Medien damit durchaus ein Gegengewicht bekommen (können/sollen). Wie stark dieses Gegengewicht denn ausfällt, dies hängt auch damit zusammen, wie präzise, wie leidenschaftlich, wie gründlich jeder Einzelne von uns hier arbeitet, sprich publiziert. Eine Meinung zu haben, ist das Eine, sich eine Meinung zu bilden schon etwas Anderes. Ein Schwerpunkt wird also darin liegen, dass Standpunkte/Sichtweisen zu Themen, denen man sich hier widmet, transparent und nachvollziehbar dargestellt werden. Das heißt ja keineswegs, dass man DIESE Art der Bearbeitung dann teilen muss.

Es soll -dies ist zumindest ein Ziel- darum gehen, dass man Aspekte spiegelt, die bisher noch nicht so entfaltet worden sind, oder die -warum auch immer- selten oder auch gar nicht thematisiert worden sind. Zudem: In einer Zeit, in der die Polemik als (tlw.) alleiniges Stilmittel im „Tages-Journalismus“ (gefühlt) immer noch zu sehr präsent ist, kann es nicht schaden, wenn ihr (weitere/andere) Kontrapunkte entgegnet werden. (Anm: Die Broders, Fleischauers, Matusseks & Co. dieser Welt sehen die Aufklärung nun gewiss nicht immer als die eigentlich doch zu [be]achtende Maxime an…)  Und, ja, es geht durchaus auch um ein Stück Unabhängigkeit …

Eine weitere Sache liegt mir noch sehr am Herzen: Ich bin seit vielen Jahren uneingeschränkter Befürworter, Sympathisant aber auch Skeptiker eines Bedingungslosen Grundeinkommens und ich habe -nach wie vor- den Traum, dass wir bis Ende dieses Jahrzehnts die Einführung eines solchen realisieren können; aus meiner Sicht am liebsten gleich auf europäischer Ebene. Ein Alleingang Deutschlands oder eine Einführungs-Troika aus D/AUT/CH halte ich nicht für das Optimum. Dieses Thema mutet aber -warum auch immer- vielen immer noch als Utopie an; als eines, bei dem es zwar nett und hübsch ist, dass sich ein paar Menschen dafür engagieren, aber für wirklich realisierbar halten es viele dann doch eher nicht. Viele scheinen innerlich (noch) nicht überzeugt davon zu sein, dass das BGE ein wirklich lohnender Wechsel in der (Lebens)Perspektive sein kann, dass das BGE den Sozialstaat auf ein gänzlich neues Plateau stellen könnte. Warum eigentlich? Es wird also in losen Abständen auch das ein oder andere Schlaglicht zu diesem Thema hier geben, da es eben sehr viel mit dem Träumen zu tun hat und zudem die Lebenskunst auf eine Basis stellen könnte, die auch die von mir favorisierte dissipative Gesellschaftsstruktur voran treiben könnte…

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In diesem Sinne,
Herzlichste Grüße übermittelt
Mohnister arso