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Archive for the ‘Politik’ Category

Nach der Revolution

31. März 2013 1 Kommentar

Nach der Revolution

Von Armut befreit sind Land und Leute
Durch des Menschen erblühte, letzte Vernunft,
Weltweit ergrünt das Hoffnungsglück;
Die alten Herrscher verloren alle Beute,
Man trieb sie in ferne Berge zurück.
Von dort her senden sie, flehend, nur
Starre Winde des Bedauerns aus Eis
Ins Nihil über die grünende Flur.
Doch Menschlichkeit duldet kein Weiß,
Überall regt sich Bildung und Streben,
Alles will sie mit Farben beleben;
Doch an Konzepten fehlts noch im Revier,
Sie nimmt ideenreiche Menschen dafür.
In die vielen Länder dieser Welt
Dringt die Kunde von der Befreiung vom Geld.
Jeder erkennt die Dimensionen dahinter
Gewiss, das war der Unterdrückung letzter Winter.
Jeder erfreut sich – in nah und fern.
Eine neue Auferstehung – ganz OHNE Herrn,
Denn sie sind selber auferstanden:
Aus enger Häuser einfachster Provenienz,
Aus Handwerks- und Gewerbesbanden,
Nutzten sie ihre letzte Chance.
Sie alle wurden ans Licht gebracht.
Unterjochung besiegt, Freiheit nun lacht.
Sieh nur, sieh! wie behend sich die Leute
Durch Wiesen und Wälder innig doch schlagen,
Um an Flüssen des Neuen zu küssen die Bräute;
Für ein anderes Leben – vom Herzen getragen.
Man hört schon der Länder Getümmel,
Hier ist der Völker wahrer Himmel,
Zufrieden jauchzet groß und klein:
Hier sind sie Mensch, hier können sie’s sein!
.
( arso : in Anlehnung an »Osterspaziergang« von J. W. von Goethe )

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Muttis Minister sind alles Philister…

29. Juli 2012 2 Kommentare
Wir verkörpern Minervas Wahrheit in Person –
Wenngleich wir als ministrable Verteidiger obschon
Hin und wieder den Überblick über sie leicht verlieren –
Dafür wir aber rhetorisch scheinbar brillieren
Mit Strategien zur Rettung unsres veritablen Amtes
Das uns bedeckt mit der Klarheit weißen Samtes
Welcher uns bettet wie auf christlichen Werten
Die früher man ehrte bis wie sie schließlich lehrten
Um zu demonstrieren die Fallhöhe des polidemischen Betriebs
Ab der man aufsteigt – Dank eines abgeklärten Triebs
Zum Verspotten, Verhöhnen, Verklären und Verschleiern
Des allgemeinen Volkes präjudizierend wie unter Geiern
Die das Aas, das sie selber schufen, nun frisch servieren
Und damit versuchen lobbyistische Macht zu kaschieren.
.
Wir haben ein reines Gewissen – vor uns und unseren Familien –
Sind fraglos tangiert von Offerten weißer Lilien
Die man medial uns versucht manchmal anzutragen –
Wir erwidern sie ehrbar – mit welken Klagen
Die unser Selbstverständis verhüllend entnebeln sollten –
Als Dank werden wir nicht selten des Machtmissbrauchs gescholten;
Dieser ist etwas, was man sich nur muss leisten wollen –
Minister verplichtet! Es geziemt sich nicht, bei Gebrauch zu grollen
Über Petitessen die durchzogen von linker Amoral
Die früher besetzte die UNIs und heute tanzt in deren großen Saal.
.
Wir steh’n zu unsren Worten wie die Felsen in der Brandung
Und fordern uns noch so viele auf – zu einer feigen Landung –
Es wird sie nicht geben, denn wir haben Verantwortung übernommen
Für das Deutsche Volk und sei sie noch so verschwommen
In der Wahrnehmung der anderen als solche zu erkennen
Wir geben unser Ehrenwort: Wir werden uns niemals von ihr trennen!
Es sei denn, unsre Mutti begehrt auf zur feierlichen Demission –
Dies wär‘ was andres: Nämlich DAS Verdienst als Gipfelhohn…

( arso, Juli 2012 [Sommerloch] )

„Ehekredit“ – Anmerkungen zum Nonsenvorschlag der CDU in Sachsen-Anhalt

29. Juni 2012 2 Kommentare

Es gibt sie immer wieder, diese Tage, an denen man von Dingen Notiz nimmt, die einen sofort denken lassen: „Das kann nur ein grottenschlechter Scherz sein. Das ist schier surreal.“ Kürzlich war wieder mal einer dieser Tage. In der taz konnte man lesen, dass die ehrwürdige CDU jenes Bundeslandes, in welchem ich doch sehr gerne lebe, also Sachsen-Anhalt, mal wieder eine tolle Idee hat(te), wie man mittels Steuergelder zu neuen Ufern steuern könnte. Und da Ideen ja heute nur noch eher selten dem platonischen Ideal entsprechen und diese auch greifbar sein müssen, wurde die Abteilung des Recylings bemüht und aus der Mottenkiste finsterster Vergangenheiten etwas hervorgekramt, bei dem man eigentlich nur attestieren kann, dass es die CSU plötzlich zur progressiven Truppe lanciert, wenn diese ihre Herdprämie gegen alle Widerstände verteidigt, so reaktionär und weltfremd ist diese alte Idee.

Worum geht’s? Nun, die CDU möchte jüngeren Paaren, die gerade geheiratet haben, oder überlegen, sich vielleicht in Kürze zu ehelichen, eine Option etwas schmackhafter machen, die das ein oder andere Paar sicher hat: Die Planung von Nachwuchs. Und da der gemeine Deutsche sein Leben in der Regel sehr konstant am Reißbrett plant und er auch berücksichtigen muss, dass dies alles auch etwas kostet, hat man sich bei der CDU ST gedacht, dass man diese Überlegungen ein wenig mit Zucker anfüttert und den Potentaten etwas unter die Arme greifen muss. Ergebnis: 5000 EUR als „Ehekredit“. Für die Rückzahlung hat man sich eben das aus DDR-Zeiten bekannte Bonmot „einfallen“ lassen, dass, je mehr Kinder man dann bekäme, je weniger muss man von diesem Kredit zurückzahlen. Soweit so „schön“ …

Liebe CDU in Sachsen-Anhalt,

ad 1)

Es erfüllt den Tatbestand der Diskriminierung, dass im Vorschlag festgeschrieben ist, dass diese Prämie nur für Menschen bis 35 Jahren gezahlt werden soll. Gem. GG würde dies eine Ungleichbehandlung darstellen, die so nicht hingenommen werden kann. Zudem: es existieren keinerlei Gründe dafür, warum man überhaupt eine Grenze im Alter macht, denn, wenn überhaupt, dann sollte es jedem selbst überlassen bleiben, wann er es für richtig hält, Kinder zu bekommen. Die Grenze ist willkürlich. Die Vorgabe durch den Staat wäre also eine Verletzung von Grundrechten gem. GG.

ad 2)

Ebenso diskriminierend ist es, daß dieser Vorschlag nur für verheiratete (heterosexuelle) Paare geöffnet werden soll. Dies ist schlicht reaktionär, da es die Lebenswirklichkeit(en) komplett verkennt; dies ist nicht nur eine Verzerrung selbiger. Es fällt schwer, sachliche Gründe dafür zu finden, warum man nur eine verheiratete Lebensgemeinschaft kreditieren könnte, während z.B. Menschen, die „nur“ zusammenleben (heterosexuell wie homosexuell) diese Option dann nicht hätten. Das ist einfach nur irrsinnig. Dies möglicherweise damit zu „begründen“, dass die (heterosexuelle) Ehe unter besonderem Schutz des GG stände, würde nur zeigen, dass das Familienbild der CDU leider reaktionärer ist, als man es für möglich gehalten hätte.

ad 3)

Als Steuerungsinstrument für eine Familienpolitik ist diese Idee mehr als ungeeignet, denn auch der CDU in ST dürfte nicht entgangen sein, dass Deutschland von jeher ein Land ist, das z.B. ein deutlich über dem EU-Durchschnitt liegendes Kindergeld zahlt und dennoch die Geburtenraten hier nicht gestiegen sind. Vielmehr sollte es so sein, dass man das Bekommen von Kindern NICHT an irgendwelche pekuniären Anreize knüpft, sondern dass man stattdessen die Infrastrukturen endlich mal so verbessert, dass die Vereinbarkeit von Kindern und Job besser wird. Oder aber, was noch viel besser wäre, man investiert Geld in eine Aufklärungskampagne, die da kolportieren könnte, dass Kinder einen Wert an sich darstellen – für jede Familie. Wir müssen davon wegkommen, immer Kostenargumente mit dem Kinderhaben in den Vordergrund zu stellen. Dafür bedarf es sicher erheblicher Anstrengungen, um hier im Bewusstsein (wieder) einen Wandel herbeizuführen, aber Steuermittel wären dafür gewiss besser verwendet …

Von daher:
Bitte zurück in die Mottenkiste mit dieser Idee!

Immer gültige Aussagen #01

10. April 2012 1 Kommentar
Zitat: Bertolt Brecht

Betriebsamkeit

7. April 2012 4 Kommentare
Der Politikbetrieb erklärt sich
für nicht zuständig
sagte das verlorene Gewissen.
Berufsdemokraten entwerfen Gesetze,
und vergisst man deren Lesungen,
dann kostet ein leckeres Gericht
einfach später ihre neuen Entwürfe.
Das geht schon seit über 60 Jahren so,
sonst wär‘ der Ständeschutz für Advokaten
schon zerbrochen – an seiner Präzision.
.
Der Demokratiebetrieb erklärt sich
für nicht (mehr) zuständig
sagte das verlorene Vertrauen.
Marktpolitiker erproben den Konformismus,
und scheitert eine Versuchsanordnung,
erlässt eine Studie neue Aspekte,
die appliziert werden – auf die freie Wildbahn.
Das geht schon seit vielen Tagen so,
sonst wär‘ die Rückbesinnung auf die pólis
vielleicht schon wieder en vogue – im Hamsterrad.
.
© arso

Die junge Elite bittet zum Tanz – aber wie lange noch?

15. März 2012 3 Kommentare

Ab wann endet eigentlich der Welpenschutzstatus oder wie lange kann man jemandem attestieren, dass er/sie Zeit beanspruchen darf, um sich finden zu können, um dann mit voller Kraft den Dampfer in den Übergang (zu was auch immer) führen zu dürfen?

Große Lobeshymnen wurden einst (medial) auf Dr. Philipp Rösler, Dr. Kristina Schröder, Daniel Bahr u.a. gesungen. Den jungen, den dynamischen, den höchst gebildeten Nachwuchskräften (Promotion! – So hoch sind nur ~ 0,9% der Bevölkerung gebildet; Quelle: Statistisches Bundesamt, Mikrozensus 2008), die eine neue politische Elite bilden (s/w)ollten, wurde so manches zugetraut und sie wurden mit reichlich Vorschusslorbeeren bedacht. Besonders Frau Dr. Schröder wurde ja mächtig viel zugetraut; gewiss auch, weil sie kurz vorm Amtsantritt vom politischen Papst für Überparteiliches, Prof. Dr. Falter, promoviert worden war. Und Genius Rösler, der schon mit Mitte 30 über 100 Jahre Berufserfahrung als Hipppokrates Reinkarnation verfügte und zudem stilsicher den Putsch gegen Dr. Guido Westerwelle am OP-Tisch zu entwerfen vermochte, ließ das Land mit wortgewaltigen Statements, denen bebenartige Taten folgten, im Staunen fast schon Erstarren. Sein OP-Team „Schwiegermutterträume“ wurde marktkonform bestens beworben („Jung von Matt“ hätte das nicht besser inszenieren können) und der böse, böse Guido musste sich dekadent in sein Außenreich zurückziehen; und mit ihm auch noch Haudegen Brüderle.

Die kleinen Stichelein zwischen ihrer Exzellenz Frau Dr. Dr. Dr. Ursula von der Leyen und ihrer ministeriellen Erbin Schröder, die, kaum aufgeschlagen im neuen Reich, bahnbrechende Schwerpunkte für die Abgrenzung des Prekariats ankündigte, um dem Akademischen Selbstverständnis, dass man als hoch-gebildeter Teil des Bürgertums ein Recht auf eine prekariatsfreie Lebenswelt und Berufsausübung haben muss, gerecht werden zu können, zeigten einmal mehr, dass man sich bei Frau Dr. Schröder auf ein Inferno an wissenschaftlichem und lebensnahem Gezwitscher einstellen sollte. Sie verschwand dann zwar für einen kurzen Wimpernschlag von der Bildfläche, aber ihr Comeback war ja dann umso fulminanter…

Doch nun ist diese Elite seit etwas mehr als 2 1/2 Jahren in Amt und Würden und man fragt sich allmählich, was hat sie tatsächlich bewegt? Wo hat sie ihre grenzenlose Dynamik, ihre überbordende Bildung substantiell eingebracht? Welche Suppen haben sie gekocht, serviert? Wo sind die Beweisketten, die klettenhaft belegen, dass Bildung tatsächlich throhnt und funkelt?

GnBK-Polis startet daher den WettbewerbAlt. Beharrlich. Bauernschlau – Getragen vom Grau“ und erbittet Zuschriften, Hinweise und Eruierungen, die aufzeigen, dass die jungen Nachwuchseliten von Kaiserin Dr. Merkozy zu Preußen die Zukunft sind. Ich kann im Moment grad keine Projekte und Handlungen finden, die das belegen könn(t)en, aber das GnBK hilft hier sicher mal aus, so hoffe ich – ja, dies ist ein Amtshilfeersuchen! Unterwanderungsgutachten der Spektabilitäten „Roland Berger“ oder „Ernst & Young“ wären herzlich willkommen; belegen diese weltweit tätigen Instanzen doch unermüdlich, dass sich Elite lohnt.

Infos zu diesem Tanz:
Bullshit-Index:  0.17
( http://www.blablameter.de )
Angeblich verfasst im Schreibstil von:  Charlotte Roche
( http://www.faz.net/f30/aktuell/WriteLike.aspx )

Aschermittwochnachlese ’12

25. Februar 2012 1 Kommentar
Bildmontage by arso [Logo & Foto Dr. Merkel dem Web entnommen]

Jede Erneuerung braucht Zeit, bis sie auch glaubwürdig wirkt.
( Peter Altmaier )

Das kleine Glück der Union: Sie hat eine meinungsstarke Kanzlerin.
( arso )

Vor lauter Globalisierung und Computerisierung dürfen die schönen Dinge des Lebens wie Kartoffeln oder Eintopf kochen nicht zu kurz kommen.
( Dr. Angela Merkel )

Eine Partei soll und kann von der anderen lernen.
( Karl Marx )

Bildmontage by arso [Logo & Foto C. Roth dem Web entnommen]

Ich nehme die Grünen ernst, aber irgendwo hört der Spaß auf.
( Dr. Peter Ramsauer )

Mir machte das Angst, hätten die Grünen eine Zweidrittelmehrheit in Deutschland, ich würde auswandern.
( Daniel Cohn-Bendit )

Diese Politik [Anm: von CDU/FDP] trifft das bürgerliche Lager der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Sie trifft das durchaus bürgerliche Lager der Geringverdiener. Sie trifft das bürgerliche Lager der Mehrheit der Bevölkerung. Sie sind in diesem Sinne nicht bürgerlich.
( Jürgen Trittin )

Bildmontage by arso [Logo & Bild Sarrazins dem Web entnommen]

Wer kein Gold im Boden hat, muss sich halt um das Gold in den Köpfen kümmern.
( Sigmar Gabriel )

Ich glaube, man hat die Pflicht, sein Pech zu begrenzen.
( Dr. Klaus von Dohnany )

Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen…
( Helmut Schmidt )

Glaubt Peer Steinbrück wirklich, er sei der Stimmenfänger für Modernes, weil ihm die kastrierte SPD ehrlos huldigt und er bedeutungsschwanger daherschwadroniert?
( arso )

Bildmontage by arso [Foto Dr. Westerwelle dem Web entnommen]

Jeder Mittelständler haftet mit seinem letzten Hosenknopf. Diese Kultur der persönlichen Verantwortung brauchen wir auch in DAX-Vorständen.
( Dr. Guido Westerwelle )

In Berlin würde ich zum Trinker werden. Aber ich bin jetzt 58, ich will meine Karriere überleben.
( Wolfgang Kubicki )

Wer auch in Zukunft menschenwürdige Pflege will, muss bereit sein, stärker individuell vorzusorgen.
( Daniel Bahr )

Wir sind auf der Schnellstraße zur Vollbeschäftigung.
( Rainer Brüderle )

Bildmontage by arso [Schriftzug Logo dem Web entnommen]

Es darf nicht sein, dass politisch Blinde bestimmen, was Sehende sehen sollen, nur weil sie die Mehrheit haben.  ( Wolfgang Huste )

Sie können heute das Parlament wählen, aber die Entscheidungen, die in den Zentralen der DAX-Konzerne fallen, sind von ungleich größerer Relevanz.
( Sarah Wagenknecht )

Man kann als Linker nicht nur rumlaufen, als hätte man drei Tage nicht geschlafen und auch noch schlecht gesoffen.
( Klaus Ernst )

Die LINKE mimt derzeit kaum mehr, als einen lautlos bellenden Kumpel des Dr. Setzki, der einst Voraudienz beim Großen Wildenberg gewährte.
( arso )

Bildmontage by arso [Logo & Grafik d. Vogels dem Web entnommen]

 

Privatsphäre ist sowas von Eighties.
( Julia Schramm )

Das Wesen des Internets ist die Kopie.
( Jens Seipenbusch )

Ich will mich nicht auf die gefährliche Schiene des Berufspolitikers begeben. (…) Diese Menschen tun alles, um in der Politik zu bleiben, und genau deshalb haben wir Korruption.    ( Marina Weisband )

Ich habe den Eindruck, die anderen Parteien haben bei der Euro-Krise in Detailfragen genauso wenig Ahnung wie wir.
( Sebastian Nerz )

Kategorien:Politik, Satire