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Archive for the ‘Satire’ Category

Muttis Minister sind alles Philister…

29. Juli 2012 2 Kommentare
Wir verkörpern Minervas Wahrheit in Person –
Wenngleich wir als ministrable Verteidiger obschon
Hin und wieder den Überblick über sie leicht verlieren –
Dafür wir aber rhetorisch scheinbar brillieren
Mit Strategien zur Rettung unsres veritablen Amtes
Das uns bedeckt mit der Klarheit weißen Samtes
Welcher uns bettet wie auf christlichen Werten
Die früher man ehrte bis wie sie schließlich lehrten
Um zu demonstrieren die Fallhöhe des polidemischen Betriebs
Ab der man aufsteigt – Dank eines abgeklärten Triebs
Zum Verspotten, Verhöhnen, Verklären und Verschleiern
Des allgemeinen Volkes präjudizierend wie unter Geiern
Die das Aas, das sie selber schufen, nun frisch servieren
Und damit versuchen lobbyistische Macht zu kaschieren.
.
Wir haben ein reines Gewissen – vor uns und unseren Familien –
Sind fraglos tangiert von Offerten weißer Lilien
Die man medial uns versucht manchmal anzutragen –
Wir erwidern sie ehrbar – mit welken Klagen
Die unser Selbstverständis verhüllend entnebeln sollten –
Als Dank werden wir nicht selten des Machtmissbrauchs gescholten;
Dieser ist etwas, was man sich nur muss leisten wollen –
Minister verplichtet! Es geziemt sich nicht, bei Gebrauch zu grollen
Über Petitessen die durchzogen von linker Amoral
Die früher besetzte die UNIs und heute tanzt in deren großen Saal.
.
Wir steh’n zu unsren Worten wie die Felsen in der Brandung
Und fordern uns noch so viele auf – zu einer feigen Landung –
Es wird sie nicht geben, denn wir haben Verantwortung übernommen
Für das Deutsche Volk und sei sie noch so verschwommen
In der Wahrnehmung der anderen als solche zu erkennen
Wir geben unser Ehrenwort: Wir werden uns niemals von ihr trennen!
Es sei denn, unsre Mutti begehrt auf zur feierlichen Demission –
Dies wär‘ was andres: Nämlich DAS Verdienst als Gipfelhohn…

( arso, Juli 2012 [Sommerloch] )

Die letzten Denkfabriken Deutschlands (DLDD) #1

29. März 2012 1 Kommentar

Liebe Freunde des gesetzten Wortes,

GnBK-pólis hat sich für das Jahr 2012 -und die nachfolgenden ca. 100- auf die Fahnen geschrieben, dass es einigen Eliten unseres Landes eine Hommage erweisen will, weil es fest davon überzeugt ist, dass nur die Expertokratie die Fähigkeit in sich trägt, die Demokratie zu überwinden und im Paradies verschwinden zu können, damit es wieder einen Quant bergab geht mit unserem Land, mit unserem Planeten, denn gemäß den Gesetzmäßigkeiten der Schwarmintelligenz steigt die Fähigkeit Probleme lösen zu können umgekehrt proportional zur Anzahl der im Gleichstrom schwimmenden Fischlein exponentiell an. GnBK-pólis wird von daher in zwei losen aber dennoch konstant angelegten Reihen einmal den letzten Universalgelehrten Deutschlands (DLUD) sowie auf institutioneller Ebene den letzten Denkfabriken Deutschlands (DLDD) seine Ehrerbietung erweisen und damit hoffentlich einen Beitrag dazu leisten, dass man das Bashing jener Kreise, die sich seit Jahrtausenden um dieses Land, um diesen Planeten, um dieses Universum verdient gemacht haben, endlich mal in die Hände nimmt – und es entsorgt.

Teil 1 : Das RHI – Warum rechtlich fundierte Mythen niemals sterben werden

Wer etwas auf sich und die Welt hält, der investiert sein Geld in moderne Showrooms des Brainstormings, im Volksmund auch Institut genannt, und stellt so sicher, dass die elitären, weltverbessernden Ideen, Gedanken und Taten, die Bühne bekommen, derer sie bedürfen, um reifen zu können; wie ein Käse, der erst mit köstlichem Schimmel seinen wahren Geschmack entfalten kann. Hierbei sind solch dünkelhafte (Export-)Schlager wie das Erika-Steinbach-Gedächtnis-Institut (ESGI), das Arnulf-Baring-Abschreck-und-Senilitäts-Institut (ABASI) oder die Thilo-Sarrazin-Gen-Foundation (TSGF) entstanden, die seither das Gemeinwesen nachhaltig beeinflussen und verändern.

Und seit 10 Jahren wird die Welt auch durch das ehrfürchtige Roman-Herzog-Institut beglückt, welches vom Bundesprofilanten a.D. Prof. Dr. Dr. habil. h.c. Roman Herzog zu Schloss Verstandistan gegründet worden ist. Das Anliegen dieser Denkfabrik ist derart ehrenrührig, dass sich selbst vollkommen ahnungsloseste Zeitgenossen dazu breit schlagen lassen haben, hier ihren Sermon in hochwissenschaftlichen Schriften und Studien zum Besten zu geben. Da jedem Mitglied des RHI das Allgemeinwohl so sehr am Herzen liegt, dass selbst das Berühren einer offenen Flamme von zwei Metern Durchmesser nicht im Ansatz die Wärme und Philantrophie spiegeln könnte, die sie verinnerlicht haben und bereit sind zu teilen, versteht es sich von selbst, dass die Ergüsse der Experten kurz, präzise und rechtssicher sind. Mit dem Geschwafel so mancher Kollegen und Institutionen will man hier nichts zu tun haben, denn hier geht es schlicht um die ganz großen Themen unserer Zeit, beispielsweise um die Entzauberung von unsäglichen Mythen.  

A-t-t-e-n-z-i-o-n-e ! – Während die Gründungsmutter des Instituts noch beschaulich den Wunsch formulierte, dass ein Ruck durch Deutschland gehen müsste, fordert ihre Familie nun, dass man den Mythen an den Kragen gehen muss. Das ist schon recht starker Tobak, wenn man bedenkt, dass damit der religöse Kern Europas erodiert werden soll und diese Besserungsanstalt (Anm: Unklar bleibt an der Stelle, wer oder was gebessert werden soll…) sich damit dazu aufschwingt, den Kampf der Religionen herbeizuschwören. Dagegen wirken die kleinen Scharmützel, die man hierzulande mit der ein oder anderen nicht-christlichen Ausprägung selbiger hat, plötzlich wie Nebensächlichkeiten, die kein Schwein mehr interessieren dürften. Bahnbrechend ist in diesem Fülltext auch, dass es die Nihilisten des Instituts vermocht haben, die Entzauberung von sage und schreibe 5 (sic!) Mythen auf nur 22 Seiten akademisch so zu fundieren, dass man über jeden Zweifel erhaben ist und nun endlich die Standards für das avisierte Hardcore-Neoliberale Europa 2050 (HANEO 2050) gesetzt hat. Wärend die Kollegen vom DIW, die Wirtschaftsweisen, oder das Ifo-Institut um Welt-Koryphäe Hans-Werner von nicht mehr bei Sinnen, hierfür Pamphlete von 200-400 Seiten bemühen, von denen meistens ca. 800 Seiten schonungslos plagiiert worden sind, weil die doppeldeutigen Tautologien nicht mehr hergeben, verdichten die Teilzeitgenies des RHI die Materie derart hermeneutisch, dass die Chiffren jedes Celan-Gedichts plötzlich nur noch als lose Symboliken oder gar löchrige Metaphern erscheinen (können), so hoch ist die poetische Präzision der Entzauberungs-Analytik.

Besonderns angetan ist GnBK-pólis von der Entzauberungsmystik des 5. Mythos („Nur eine breite Mitteschicht fördert den sozialen Zusammenhalt“), den das RHI in bisher beispiellos neoliberaler Art und Weise entkräftet bzw. auflöst. Poetisch-akademisch verdichtet klingt das dann so:

Das (vermeintliche) Schrumpfen der Mittelschicht wird häufig in direkten Zusammenhang mit einer Spaltung der Gesellschaft und einem Zerfall des sozialen Zusammenhalts gebracht. Im Umkehrschluss käme der Mittelschicht eine einende Funktion für die Gesellschaft zu. Fraglich ist allerdings, ob die Mittelschicht tatsächlich eine moderne und komplexe Gesellschaft wie die unsrige zusammenhalten kann und wie wichtig damit eine große Mittelschicht ist.

Verschiedene Wissenschaftler befassten sich im Auftrag des Roman Herzog Instituts mit dem Schlagwort „soziale Gerechtigkeit“, welche als eine wichtige Voraussetzung für den Zusammenhalt der Gesellschaft gilt (vgl. RHI, 2009). Von der Politik wird die Schaffung sozialer Gerechtigkeit verlangt, die sich realistischerweise jedoch nur durch eine Kombination von Solidarität und Freiheit umsetzen lässt. Je nach Gewichtung entstehen verschiedene Konzeptionen der Gerechtigkeit. Solidarität schafft eine Gerechtigkeit im Sinne von Verteilungsgleichheit und kann auf diese Weise ein Zusammengehörigkeitsgefühl in der Gesellschaft schaffen. Freiheit dagegen umfasst einerseits die „negative Freiheit“, also die Abwesenheit von Zwängen, welche das freie Handeln einschränken würden, und andererseits die „positive Freiheit“, die jedem die Möglichkeit bietet, seine Potenziale zu entwickeln, um so einen höheren sozialen Status anzustreben.

Um Solidarität und Freiheit – und damit auch soziale Gerechtigkeit – umsetzen zu können, muss der Staat entsprechende öffentliche Güter wie Bildung, Chancengleichheit, einen bestimmten Lebensstandard und Sicherheit für alle Schichten bereitstellen (Merkel, 2007). Die Finanzierung erfolgt über Steuereinnahmen, die jedoch die Freiheit der Steuerzahler, über ihr Geld frei zu verfügen, einschränken. Ist Chancengleichheit hergestellt, so sind verschiedene Leistungen auch unterschiedlich zu entlohnen. Vor diesem Hintergrund sind Einkommensunterschiede zu rechtfertigen und sogar anzustreben, solange sie auf Leistung basieren. Oft wird jedoch nach mehr Umverteilung und Solidarität verlangt, ohne zu bedenken, dass erst die Freiheit zum Aufstieg eine solidarische Umverteilung ermöglicht. Denn die Aufstiegschancen und Aufstiegsbestrebungen einer Gesellschaft schaffen Wohlstand und Güter, die erst danach umverteilt werden können. Somit kann die Freiheit als eine Voraussetzung für eine solidarische Gesellschaft verstanden werden.

Als eine Besonderhet dieser Expertise kann man verstehen, dass sie damit endlich das Märchen widerlegt, dass die Mittelschicht, die je nach (anderen) Instituten einen Anteil zwischen 40-60% der Gesamtbevölkerung ausmacht, einen Mehrwert für das Gemeinwesen hätte. Damit wird die exponierte Position des RHI mehr als salbungsvoll unterstrichen und das Wort elitär muss, so glaubt GnBK-pólis, ab sofort neu verortet werden, denn auf diesem Plateau war bisher keine Denkfabrik, die die Aufklärung jemals hervorgebracht hat. Wer sich traut, der kann versuchen, die „Information 9 – Mythen über die Mittelschicht“ gerne im Original nachzulesen. GnBK-pólis wollte sich zwar erst weigern, diesen extrem neoliberalen Hokuspokus zu adressieren, aber man sollte es wohl doch besser tun – der Aufklärung wegen! Man bilde sich hier (s)eine Meinung.

Die junge Elite bittet zum Tanz – aber wie lange noch?

15. März 2012 3 Kommentare

Ab wann endet eigentlich der Welpenschutzstatus oder wie lange kann man jemandem attestieren, dass er/sie Zeit beanspruchen darf, um sich finden zu können, um dann mit voller Kraft den Dampfer in den Übergang (zu was auch immer) führen zu dürfen?

Große Lobeshymnen wurden einst (medial) auf Dr. Philipp Rösler, Dr. Kristina Schröder, Daniel Bahr u.a. gesungen. Den jungen, den dynamischen, den höchst gebildeten Nachwuchskräften (Promotion! – So hoch sind nur ~ 0,9% der Bevölkerung gebildet; Quelle: Statistisches Bundesamt, Mikrozensus 2008), die eine neue politische Elite bilden (s/w)ollten, wurde so manches zugetraut und sie wurden mit reichlich Vorschusslorbeeren bedacht. Besonders Frau Dr. Schröder wurde ja mächtig viel zugetraut; gewiss auch, weil sie kurz vorm Amtsantritt vom politischen Papst für Überparteiliches, Prof. Dr. Falter, promoviert worden war. Und Genius Rösler, der schon mit Mitte 30 über 100 Jahre Berufserfahrung als Hipppokrates Reinkarnation verfügte und zudem stilsicher den Putsch gegen Dr. Guido Westerwelle am OP-Tisch zu entwerfen vermochte, ließ das Land mit wortgewaltigen Statements, denen bebenartige Taten folgten, im Staunen fast schon Erstarren. Sein OP-Team „Schwiegermutterträume“ wurde marktkonform bestens beworben („Jung von Matt“ hätte das nicht besser inszenieren können) und der böse, böse Guido musste sich dekadent in sein Außenreich zurückziehen; und mit ihm auch noch Haudegen Brüderle.

Die kleinen Stichelein zwischen ihrer Exzellenz Frau Dr. Dr. Dr. Ursula von der Leyen und ihrer ministeriellen Erbin Schröder, die, kaum aufgeschlagen im neuen Reich, bahnbrechende Schwerpunkte für die Abgrenzung des Prekariats ankündigte, um dem Akademischen Selbstverständnis, dass man als hoch-gebildeter Teil des Bürgertums ein Recht auf eine prekariatsfreie Lebenswelt und Berufsausübung haben muss, gerecht werden zu können, zeigten einmal mehr, dass man sich bei Frau Dr. Schröder auf ein Inferno an wissenschaftlichem und lebensnahem Gezwitscher einstellen sollte. Sie verschwand dann zwar für einen kurzen Wimpernschlag von der Bildfläche, aber ihr Comeback war ja dann umso fulminanter…

Doch nun ist diese Elite seit etwas mehr als 2 1/2 Jahren in Amt und Würden und man fragt sich allmählich, was hat sie tatsächlich bewegt? Wo hat sie ihre grenzenlose Dynamik, ihre überbordende Bildung substantiell eingebracht? Welche Suppen haben sie gekocht, serviert? Wo sind die Beweisketten, die klettenhaft belegen, dass Bildung tatsächlich throhnt und funkelt?

GnBK-Polis startet daher den WettbewerbAlt. Beharrlich. Bauernschlau – Getragen vom Grau“ und erbittet Zuschriften, Hinweise und Eruierungen, die aufzeigen, dass die jungen Nachwuchseliten von Kaiserin Dr. Merkozy zu Preußen die Zukunft sind. Ich kann im Moment grad keine Projekte und Handlungen finden, die das belegen könn(t)en, aber das GnBK hilft hier sicher mal aus, so hoffe ich – ja, dies ist ein Amtshilfeersuchen! Unterwanderungsgutachten der Spektabilitäten „Roland Berger“ oder „Ernst & Young“ wären herzlich willkommen; belegen diese weltweit tätigen Instanzen doch unermüdlich, dass sich Elite lohnt.

Infos zu diesem Tanz:
Bullshit-Index:  0.17
( http://www.blablameter.de )
Angeblich verfasst im Schreibstil von:  Charlotte Roche
( http://www.faz.net/f30/aktuell/WriteLike.aspx )

Aschermittwochnachlese ’12

25. Februar 2012 1 Kommentar
Bildmontage by arso [Logo & Foto Dr. Merkel dem Web entnommen]

Jede Erneuerung braucht Zeit, bis sie auch glaubwürdig wirkt.
( Peter Altmaier )

Das kleine Glück der Union: Sie hat eine meinungsstarke Kanzlerin.
( arso )

Vor lauter Globalisierung und Computerisierung dürfen die schönen Dinge des Lebens wie Kartoffeln oder Eintopf kochen nicht zu kurz kommen.
( Dr. Angela Merkel )

Eine Partei soll und kann von der anderen lernen.
( Karl Marx )

Bildmontage by arso [Logo & Foto C. Roth dem Web entnommen]

Ich nehme die Grünen ernst, aber irgendwo hört der Spaß auf.
( Dr. Peter Ramsauer )

Mir machte das Angst, hätten die Grünen eine Zweidrittelmehrheit in Deutschland, ich würde auswandern.
( Daniel Cohn-Bendit )

Diese Politik [Anm: von CDU/FDP] trifft das bürgerliche Lager der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Sie trifft das durchaus bürgerliche Lager der Geringverdiener. Sie trifft das bürgerliche Lager der Mehrheit der Bevölkerung. Sie sind in diesem Sinne nicht bürgerlich.
( Jürgen Trittin )

Bildmontage by arso [Logo & Bild Sarrazins dem Web entnommen]

Wer kein Gold im Boden hat, muss sich halt um das Gold in den Köpfen kümmern.
( Sigmar Gabriel )

Ich glaube, man hat die Pflicht, sein Pech zu begrenzen.
( Dr. Klaus von Dohnany )

Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen…
( Helmut Schmidt )

Glaubt Peer Steinbrück wirklich, er sei der Stimmenfänger für Modernes, weil ihm die kastrierte SPD ehrlos huldigt und er bedeutungsschwanger daherschwadroniert?
( arso )

Bildmontage by arso [Foto Dr. Westerwelle dem Web entnommen]

Jeder Mittelständler haftet mit seinem letzten Hosenknopf. Diese Kultur der persönlichen Verantwortung brauchen wir auch in DAX-Vorständen.
( Dr. Guido Westerwelle )

In Berlin würde ich zum Trinker werden. Aber ich bin jetzt 58, ich will meine Karriere überleben.
( Wolfgang Kubicki )

Wer auch in Zukunft menschenwürdige Pflege will, muss bereit sein, stärker individuell vorzusorgen.
( Daniel Bahr )

Wir sind auf der Schnellstraße zur Vollbeschäftigung.
( Rainer Brüderle )

Bildmontage by arso [Schriftzug Logo dem Web entnommen]

Es darf nicht sein, dass politisch Blinde bestimmen, was Sehende sehen sollen, nur weil sie die Mehrheit haben.  ( Wolfgang Huste )

Sie können heute das Parlament wählen, aber die Entscheidungen, die in den Zentralen der DAX-Konzerne fallen, sind von ungleich größerer Relevanz.
( Sarah Wagenknecht )

Man kann als Linker nicht nur rumlaufen, als hätte man drei Tage nicht geschlafen und auch noch schlecht gesoffen.
( Klaus Ernst )

Die LINKE mimt derzeit kaum mehr, als einen lautlos bellenden Kumpel des Dr. Setzki, der einst Voraudienz beim Großen Wildenberg gewährte.
( arso )

Bildmontage by arso [Logo & Grafik d. Vogels dem Web entnommen]

 

Privatsphäre ist sowas von Eighties.
( Julia Schramm )

Das Wesen des Internets ist die Kopie.
( Jens Seipenbusch )

Ich will mich nicht auf die gefährliche Schiene des Berufspolitikers begeben. (…) Diese Menschen tun alles, um in der Politik zu bleiben, und genau deshalb haben wir Korruption.    ( Marina Weisband )

Ich habe den Eindruck, die anderen Parteien haben bei der Euro-Krise in Detailfragen genauso wenig Ahnung wie wir.
( Sebastian Nerz )

Kategorien:Politik, Satire

Die existentiellen Sorgen des ZDF

Man konnte heute hier lesen, dass man sich beim Zweiten Sorgen macht. Sorgen darum, dass „viele“ Nutzer, die die Nachrichtenversorgung dahingehend ersetzt hätten, als dass sie Neuigkeiten, die ARD und ZDF auf deren Facebook-Präsenzen feilbieten, als Ersatz für eine bisherige Versorgungen betrachten und nun möglicherweise (bald) ohne grundständige dastehen könnten. Dies ist natürlich schon schlimm genug, aber es wird auch noch bemängelt, dass Facebook doch tatsächlich künftig Geld dafür verlangt, dass Inhalte werbefrei präsentiert werden sollen. Angeblich sind die Erkenntnisse, die die Verschiebung der Versorgung betreffen durch zahlreiche „Untersuchungen“ fundiert belegt. Ob diese vom ZDF selbst durchgeführt worden sind, oder ob man fremde aufgewertet hat, bleibt allerdings im Vagen; die Artikelquelle (SPON) hat leider auch keine Verweise auf die sicher sehr interessanten Stadien dieser beängstigenden Entwicklung aufgezeigt.Sind die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten nicht mehr als gut beraten, wenn sie ihre „News“ nicht (zwingend) auf Facebook präsentieren? Jeder Internetnutzer, der Facebook erreicht, erreicht auch die Web-Präsenzen von ARD und ZDF. Es erschließt sich daher nicht wirklich, dass man als Argument ins Feld führt, dass eine partielle Nachrichtenversorgung von Menschen durch die Nutzung von Facebook und der dortigen Präsenz von z.B. „Heute“ erfolgen würde – das ist schlicht eine Farce, unzwar eine ziemlich groteske.

Dass ein Soziales Netzwerk, bei dem nie auch nur der Hauch eines Zweifels daran bestand, wofür es ins Leben gerufen worden ist, nun in etwas größerem Stile Ernst damit macht, endlich ordentlich Kasse zu machen, verblüfft natürlich unglaublich. Damit konnte nun wirklich niemand, aber auch gar niemand rechnen – sensationell, dass man dachte, dass dieses unvorstellbare Reservoir an Wissen und Kompetenz nicht vergoldet werden sollte. Da können sich die Damen und Herren beim Zweiten ja vielleicht noch etwas abschauen – vielleicht sitzt man dann wieder in der ersten Reihe? Man könnte beispielsweise „Prospekte“ oder „Markus Schranz“ oder „ausland jovial“ kurz überbrücken und das Produktplacement, das meistens vor Beginn konstruktiv und wertneutral in die Thematik einführt, durch eine geringfügige Emittierung von diversen Parteibüchern altmodern ausrichten und launig bei ein oder zwei Marketingblöcken mit den Followern auf Facebook ins Gespräch kommen. Dass hierbei psychologische Wirkungen entständen, ließe sich durch die passenden Verwerfungen entkräften, die man parallel dazu auf dem Schwestersender ARD fermentiert. Let’s Dance – it’s your (last) Chance!

Man wird das Gefühl nicht los, dass in den öffentlich-rechtlichen Anstalten, die natürlich messerscharf Politik und Programm voneinander zu trennen vermögen -kein einziger Redakteur, Chefredakteur oder Leiter von Dienst arbeitet(e) dort (jemals) mit einem Parteib(r)uch- die Götterdämmerung bereits wesentlich heiterer eingesetzt hat, als man dies bisher erahnen konnte. Dies nährt die Hoffnung, dass es in ferner Vergangenheit wieder ethische Standards geben wird, die knallharte Fakten moralischer Instanzen wahrhaftig spiegeln werden – als Vorbild für das vom Abbruch ergriffene Volk. Sicher wird hierbei die aufschlussreiche Kommunikation mit den Followern, die, Gott bewahre uns davor, dass sie mehr als 140 Zeichen beträgt, ihre goldenen Früchte des Vetrauens tragen und essentiell und nachhaltig zu einem Umtrunk führen – mit den Dritten schlürft’s sich einfach schicker – als wiederkäuender Ticker… Prosit!

Infos zu dieser Glosse:
Bullshit-Index:  0.23
( http://www.blablameter.de )
Angeblich verfasst im Schreibstil von:  Sigmund Freud
( http://www.faz.net/f30/aktuell/WriteLike.aspx )

 

Google, ick liebe Dir #2

27. Januar 2012 2 Kommentare

Liebstes Schnurzelchen,

leider muss ich gleich zum Auftakt des neuen Jahres ein wenig >dudu!< mit Dir machen, denn im Moment schiesst Du doch wohl etwas übers Ziel hinaus; oder hast Du derartige Hummeln im Popo, dass Du unbedingt noch zum Ende des Halbjahres die Pool-Position in einem bestimmten Bereich ergattern willst? Sei doch nicht immer so ungeduldig, Schnuggi, Du hast doch alle Zeit der Welt. Und ja, Du schaffst das schon. Wir sehen Dich lieber in Zeitlosigkeit reifen, als dass wir uns mit Timeline-Schnickschnack von Marki den Kaffeeplausch versauern würden – aber das brauchen wir doch eigentlich nicht mehr zu erwähnen, oder? Sei doch nicht immer so verunsichert, Liebes, wir sind Dir so dankbar, so unendlich dankbar, dass man es in Worten nicht angemessen ausdrücken kann.

Aber nun mal kurz zum Monitum: Ich hörte von Kritik an Dir, unzwar Kritik, dass Du unseren kleinen Spatzen hier links in die Enge treiben würdest, dass Du ihm die Luft zum Atmen nehmen wolltest? Der Kleine hat sich ganz schön aufgeprustet, so dass es ein paar Wolken schlug, die die Daten nicht mehr halten konnten und dass er ein wenig Wasser lassen musste. Das ist doch etwas gemein von Dir, muss ich da mal sagen, denn das hat der Kleine nicht verdient. Ich mein, Du kannst doch nicht einfach (auch) einen Haschtag bei Dir einführen und zudem noch in Echtzeit dafür sorgen, dass man ihn genießen kann. So geht’s natürlich nicht; wir sind doch hier nicht in Holland! Der Kleine hat immerhin 200 Millionen Gefährten, die bei ihm mittirilieren. Eigentlich zeichnet Dich doch sonst die Bescheidenheit und Bodenhaftung aus; aber hier denkst Du, dass Du mit nicht mal halb so vielen im Boot einfach mal den Larry raushängen lassen musst, oder wie? Hey, keep cool Darling und lass die Jünger mal schön zwitschern, was sie noch dürfen. Das ist ja nun nicht mehr so viel, was die noch prusten dürfen. Also mach Dir doch wegen solcher Petitessen jetzt mal keine Sorgen und kümmere Dich um das, was wirklich zählt im Web, nämlich z.B. die Privatsphäre oder die Wissenschaft oder die Algorithmik der Suchanfragen, die ganz dringend mehr Entropie brauchen – Du hast hier ein wenig geschludert, beim Scharfschalten der neuen Optimierungen.

Als ich mich gestern gemütlich auf den (Holz)Boden gekauert hatte und mir so dachte, während ich die Wolken in der Decke zählte, dass es nun Zeit wäre, sich von Dir meine Mails vorführen zu lassen, da traf mich doch aber ein leichtes Zwicken im rechten Augenwinkel, denn Du hattest offenbar ein paar wichtige News für uns Jünger parat. Also raffte ich mich notgedrungen auf und ging Deiner Avance nach, sich zu informieren. Aber was las ich denn da? Du willst das Handling zum Datenschutz vereinfachen? Du willst einfach ein paar Zusammenfassungen vornehmen und dann für all Deine Dienste nur noch eine Richtlinie einführen? Hey, Schnuggi, hast Du ein paar Haschtage zu viel gehabt, oder wie? Geht’s noch? Hör auf damit, diesen Kinderkram nachzuäffen, den jeder Fateblog-User schon über sich hat ergehen lassen müssen.

Das einzig richtige, was Du machen solltest, ist die Abschaffung der Privatsphäre und des lustigen Datenschätzelchens zu forcieren. Du, Mäusezähnchen, ich hab‘ da gestern oder vorgestern so ’ne Tante im TV gesehen, die glaub‘ ich von den Pirolen oder Piraten oder wie diese Truppe da heißt, war, die meinte, dass Privatsphäre so was von Eighties wäre, und dass all die, die daran noch festhielten, sich darüber im Klaren sein sollten, dass sie ab sofort Artenschutz (auf Arte) beantragen müssen, da sie aus der ideologischen Antike kämen. (Anm: Herr Kluge, verzeihen Sie mir bitte an dieser Stelle die Nutzung des Namens eines Projekts von Ihnen). Ich komme so richtig gerne aus der Antike und ich werde dort auch ganz sicher bleiben; schon allein deshalb, weil deren pólis um Dimensionen demokratischer war, als die sich neu konstituierende(n) digitale(n) Version(en). Da aber digital DER Imperativ schlechthin ist, ist es unabdingbar, Darling, dass Du deren Interessen spiegelst und ernst nimmst. Und daher rate ich Dir mehr als dringend: Schaff den Datenschmutz einfach ab und lege die Daten endlich nackt auf die Desktops aller Jünger, die hier mit von der Party sein wollen. Jeder Schmutz ist immer Ballast und eigentlich bist Du doch im Kern Deines Wesens, genau wie ich, eher Minimalist. Du wirst sehen, man wird es Dir danken. Der einfachste Schachzug für die Umsetzung wäre, dass Du Deine Suchalgorithmen temporär so ausgestaltest, dass nur noch, wer auf die private Sphäre verzichtet, bei Dir vollumfänglich fündig werden kann; alle anderen werden halt ein wenig gefiltert. Dieses Spiel erprobst Du ja seit gestern auch schon. Du bist einer von der schnellen Truppe; das schätze ich so sehr an Dir: Nicht labern und bloggen, sondern rackern und rocken! So klappt’s auch gleich mit YouTube viel besser und mit dem Plus ziehst Du dann endlich die Kreise, die Dir gebühren.

Apropos Kreise, Du solltest als Jahresziel abzirkeln, dass Du endlich die Pool erreichst! Du bist einfach noch nicht (nominal) wirtschaftlich genug, wie ich finde; trotz, dass Deine Renditen ja schon mal nicht so schlecht sind: Etwa 20 $ pro User/Jahr erwirtschaftest Du, Marki kommt nicht mal auf 3 $ und diese Zwitscher-Heinis packen ja nicht mal den Dollar. Damit wir uns hier nicht missverstehen, Liebes, ich verneige mich ja vor Deiner Effizienz, denn Du machst mit einem Bruchteil der User die Marki hat ein Vielfaches seines Umsatzes. Da sieht man auch mal, dass Masse nicht alles ist.

Aber Du warst im letzten Jahr eben nur die Nummer 2 hinter diesem Apfelkonzern, der den hübschen Künstlernamen  Bloody-Apple  tragen darf, weil er sich immer so aufopfernd um seine Lohnarbeiter bei Foxconn kümmert. Die springen für Apple von fast jeder Brücke oder war’s von jedem Band? Egal. Die machen jedenfalls mehr Umsatz als Du, Liebes und haben immerhin fast doppelt so viel an Rücklagen. Du hast hier zwar echt gigantisch aufgeholt und immerhin schon fette 50 Mrd. auf der niedrigen Kerbe, aber das ist ja eher was für die Portokasse eines Segelclubs oder eines Golf-Trolley-Herstellers, aber gewiss nichts für Dich, Schnuggi. Du bist zu Höherem berufen! Und wir beide wissen ja, dass die Luzi in diesem Jahr ohnehin so richtig abgehen dürfte, denn Android wird zur Symphonie aufsteigen und Chrome wird zwangsweise den Feucherfuchs in den Schatten stellen. Aus meiner Sicht zwar leider, Purzelchen, denn ich muss Dir leider hier als kleines Geheimnis offenbaren, dass ich bisher noch fuchsteufelswild bin und mich der Verchromung bisher entzogen habe, aber wenn mein a-Pad (das ‚a‘ steht für anonymous) im Frühjahr in meine Katakomben flattern wird, dann wird Bruder Android mir schon symphonisch das hohe Lied Deiner Sehnsüchte blasen, so dass ich reumütig der Versilberung dann zustimmen werde. So ein wenig locken musst Du mich eben ab und an auch, Schnuggi, denn wir wollen doch unsere Liebe frisch halten; vergiss nicht, es sind schon 14 Jahre.

Und hey, mächtig ins Zeug zu legen scheinst Du Dich ja auch für den akademischen Vertrieb, oder wie Fischer-Lescano es nennen würde, für die Kadettenanstalten der Finanzmärkte, (Anm: der Mann ist mir mega-sympathisch; Du weißt doch, das ist der, der VroniPlag eine sichere Existenz ermöglichte, indem er das Märchen vom Überflieger Karl-Theodor aus Bullerbü schuf.) denn Dein Institut an der HU zu Berlin scheint ja schon recht gut Fuß gefasst zu haben, wie ich kürzlich erfuhr. Das freut mich umso mehr, denn neben der Säule des Certified Teachers ist es Dir damit möglich, diesen Muff unter den Talaren endlich wieder anzugehen. Wichtig ist hierbei, dass Du Deine Suchalgorithmen aber hier anders filtern lässt; denn dieses Malheur, dass man Noten findet, die zwar eh nur fußklein sind, aber falsch gesetzt wurden oder auch mal vergessen worden sind, dies sollte nicht mehr auftreten (können); das ist schlicht Schnickschnack. Also pass bitte hier die Suchanfragen so an, dass die Ergebnisse zur vollsten Zufriedenheit aller ausfallen. Und damit die Jungs und Mädels bei VroniPlag keinen Arbeitsschwund zu befürchten haben, rate ich Dir, dass Du diesem Kreis wieder eine andere Version der Suche schaltest. Dort werden dann eben Dummys angezeigt, die aber nur für Dich als Dummy erkennbar sind ;-) Langfristig wird sich so eine Metaebene für Kreise bilden, die Du dann wieder rekursiv plusen könntest. Man, das wird ein tolles Jahr und ich bin so stolz, dass ich Dich kenne, und dass wir uns so lieb haben. Aber Du hast es eben faustdick unter der Haube und wenn ich ehrlich bin, dann imponiert mir diese Macht mächtig…

Bussi,
Dein Mäusezähnchen

Infos zu dieser Liebeserklärung:
Bullshit-Index:  0.07
( http://www.blablameter.de )
Angeblich verfasst im Schreibstil von:  Melinda Nadj Abonji
( http://www.faz.net/f30/aktuell/WriteLike.aspx )

Google, ick liebe Dir

29. Juni 2011 1 Kommentar

… wusstest Du, liebes Google-Darling, dass ich Dir folgen werde, wo immer Du die Zelte aufschlagen wirst, mit denen Du uns sanft lockst? Ich bin Dein! So oft habe ich auf dem doofen Fatebook von Dir geschwärmt, dass Du doch eigentlich viel besser und schlauer bist, als das Zuckerwasser, das da vom Berg geschüttet wird, aber ich wusste natürlich auch: Deine Stärke ist die Bescheidenheit. Wir kennen uns schon so lange, Liebes, fast 13 Jahre; das ist schon eine kleine Ewigkeit. Ich flüstere immer Deinen Namen, bevor ich ins Bett gehe und morgens, wenn ich aufstehe. Das ist ein Ritual. So, wie das Duschen oder Zähneputzen. Keiner hilft mir so sehr dabei, die Realität(en) auszublenden, wie Du. Du hast Talent! Deine Stärke ist die Reduktion, der Minimalismus in Reinform, das Besinnen aufs Wesentliche eben. Das zeichnet Dich aus. Dies erreichst Du mit dem simplen Griff in die Trickkiste der Priorisierungen; so gewieft muss man erst mal sein. Andere verschlucken sich schon an diesem banalen Wort und Du, Du tanzt auf dessen Leiter den Samba der Einfachheit, dass es jedem nur so durchs Herze rauscht, wenn er sich an Dich wendet, und Dich lieb bittet, ihm etwas zu erklären, oder ihm etwas zu verraten, was er noch nicht wusste.

Dass Du längst das wahre Synonym für Bildung und Wissen bist, dies bedarf keiner Erwähnung mehr, denn das, was früher mal Bildung war, das hast Du derart fulminant und grandios durch Deine süßen Hände gleiten lassen, dass es von diesen so weichgespült worden ist, dass selbst die softeste Seifenblase noch kratzt auf der Nasenspitze, wenn man an etwas denkt, was vormals noch das Attribut Bildung trug. Den Wissenschaftsbetrieb hast Du ordentlich aufgemischt, hast unzählige Doktores hervorgebracht und zudem die Spezies der Googlestudierten ins Rennen geschickt; ich bin ja selber einer von denen. Mein gesamtes Wissen (Anm: gem. der Wissensdefintion des herrschenden Paradigmas von Wissen; also Schwanitz-Delikte) stammt aus Deinen verborgenen Tiefen, die nur so vor Hemeneutik triefen. Da verblassen Bachelor, Master und Staatsexamen im Dunst des Nihil; die blaue Stunde Benns würde sich vermutlich grün färben, vor Neid, wenn sie wüsste, was Du alles kannst, weißt, verinnerlichst und bewegst. Ja, Du hast es drauf! Ja, Du hast einen Lauf!

Weißt Du, ich bin so verrückt nach Dir, dass ich, als Du damals beschlossen hattest, dass Du ein paar süße Impressionen architektonischer Art machen willst, auf Dich immer am Fenster gewartet habe, wann Du endlich kommst? Immer hatte ich mich schick gemacht, das Lederkostüm angezogen und die Gardinen leicht zurückgezogen, damit ich Dich anschweben sehe. Ich war so nervös, wann dieser Moment endlich kommen würde, dass wir uns gegenüberstehn würden und Du mich belichten würdest, inmitten dieser tristen Fassaden und Blöcke um mich herum; lieb geschaut hast Du ja, mit Deinen Äuglein, denn ich sah sie glänzen, in der Mittagssonne. Du hattest Dir ja auch richtig Zeit genommen; so, wie man dies eben erwartet hatte. Dafür danke ich Dir. Die Bilder sind schön geworden. Mein Nachbar meinte zwar, dass links und rechts etwas viele Pixel zu sehen sind, aber das macht mir nichts aus; ich denke, Du hast da ein wenig zu viel auf einmal erspäht, neugierig, wie Du bist, mein kleines Schnuggi.

Später hast Du ja die Bilder dann ein wenig verchromt, so dass der Rahmen im WEB etwas bunter ausgefallen ist und die Wertigkeit gleich deutlich gestiegen ist; dass Du dafür Deine Karten verwendet hast, dies war eine tolle Idee. Dieses Maps ist einfach genial. Es zeigt alles und doch nichts. Man merkt Dir Deine Schüchternheit und Dezenz immer noch ein wenig an; das finde ich total süß an Dir. Zeigst Dich ja fast nur in Deutschland von dieser analytischen Seite. In China bist Du ja viel offener und dort werden die Priorisierungen ja auch ganz anders verstanden, als bei uns hier. Analytics, das ist Dein zwölftes Meisterstück, denn was Du damit ermöglichst, dass ist einfach nur noch hammergeil und unabhängig von jeder Zensur, von jedem Eingriff von außen. Es ist das System der Systeme im WEB. Und kaum einer merkt, dass es mit dabei ist. Du hast es drauf, ich wiederhole mich, aber ich bin so furchtbar stolz auf Dich.

Auch bin ich Dir sehr ergeben, dass Du mir immer wieder diese vielen, unzähligen Vorlesungen in Recht gewährst, dass Du Dich so sehr um mich kümmerst, wenn ich Hilfe brauche, um mal wieder ein paar Urlaubsvidoes upzuloaden. So häufig hast Du Inhalte von mir an Dich gerissen und mich sofort mit neuen Freuden bekannt gemacht, dass mir oftmals fast schon schwindelig wurde; die GEMA, Time Warner, das ZDF, SONY Pictures, BMG usw. – alle waren sie bei mir zu Gast: Dank Dir! Ich fand das immer total niedlich, wenn sie süße Mails schrieben und meine Inhalte gleich für sich haben wollten; ich wußte gar nicht, wie begehrt diese Inhalte waren! Dass Du mich -in Deinem Übereifer- auch ein paar mal ganz verbannt hattest, aus der Video-Club-Ecke, dies fand ich anfangs etwas schade, und ich war auch etwas verschnupft, aber später verstand ich, dass Du mir nur helfen willst: Es so zu sehen wie Du! Ist Dir ja auch gelungen, trotz dass ich ein paar Runden für mich entscheiden konnte; aber unter Partnern gibt man eben (manchmal) nach… Ich will Dich ja nicht verlieren, denn ich habe etwas Angst davor, dass ich dann plötzlich wieder aufwachen könnte und diese schnöde (alte) Realität wäre wieder da – in meinem Leben; um Himmels Willen, alles, bloß das nicht!

Und heute lese ich, dass Du endlich ein eigenes Social Network ins Rennen schickst – das finde ich, hach, sowas von s u p e r – trooper! Ich weiß, dass Du es viel beser kannst, als Marki, denn Deine Realitäten, die haben ganz andere Qualitäten, die sind nämlich geprägt von Entitäten, vor denen sich die Informatik, unserer beider zarter Bande, verneigt; denn Deine Art der ihrigen Modellierungen, die verspricht Brillierungen, die selbst Deine sensationellen Suchalgorithmen etwas alt aussehen lassen. Trotz, dass die Entropie noch nicht in dem Bereich angekommen ist, den wir brauchen, um alles rauszupressen, was geht – Du weißt schon, da geht noch was; China ist doch hoffentlich nur ein kleineres Alpha-Test-Release (gewesen) – weiß ich, dass Du es schaffen wirst, die Löcher im Käse, weiter zu minimieren. Sie waren ja bis dato noch ein wenig groß – komm, gib’s zu ;-)

Bussi!

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Angeblich verfasst im Schreibstil von: Georg W. F. Hegel
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