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Die existentiellen Sorgen des ZDF

Man konnte heute hier lesen, dass man sich beim Zweiten Sorgen macht. Sorgen darum, dass „viele“ Nutzer, die die Nachrichtenversorgung dahingehend ersetzt hätten, als dass sie Neuigkeiten, die ARD und ZDF auf deren Facebook-Präsenzen feilbieten, als Ersatz für eine bisherige Versorgungen betrachten und nun möglicherweise (bald) ohne grundständige dastehen könnten. Dies ist natürlich schon schlimm genug, aber es wird auch noch bemängelt, dass Facebook doch tatsächlich künftig Geld dafür verlangt, dass Inhalte werbefrei präsentiert werden sollen. Angeblich sind die Erkenntnisse, die die Verschiebung der Versorgung betreffen durch zahlreiche „Untersuchungen“ fundiert belegt. Ob diese vom ZDF selbst durchgeführt worden sind, oder ob man fremde aufgewertet hat, bleibt allerdings im Vagen; die Artikelquelle (SPON) hat leider auch keine Verweise auf die sicher sehr interessanten Stadien dieser beängstigenden Entwicklung aufgezeigt.Sind die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten nicht mehr als gut beraten, wenn sie ihre „News“ nicht (zwingend) auf Facebook präsentieren? Jeder Internetnutzer, der Facebook erreicht, erreicht auch die Web-Präsenzen von ARD und ZDF. Es erschließt sich daher nicht wirklich, dass man als Argument ins Feld führt, dass eine partielle Nachrichtenversorgung von Menschen durch die Nutzung von Facebook und der dortigen Präsenz von z.B. „Heute“ erfolgen würde – das ist schlicht eine Farce, unzwar eine ziemlich groteske.

Dass ein Soziales Netzwerk, bei dem nie auch nur der Hauch eines Zweifels daran bestand, wofür es ins Leben gerufen worden ist, nun in etwas größerem Stile Ernst damit macht, endlich ordentlich Kasse zu machen, verblüfft natürlich unglaublich. Damit konnte nun wirklich niemand, aber auch gar niemand rechnen – sensationell, dass man dachte, dass dieses unvorstellbare Reservoir an Wissen und Kompetenz nicht vergoldet werden sollte. Da können sich die Damen und Herren beim Zweiten ja vielleicht noch etwas abschauen – vielleicht sitzt man dann wieder in der ersten Reihe? Man könnte beispielsweise „Prospekte“ oder „Markus Schranz“ oder „ausland jovial“ kurz überbrücken und das Produktplacement, das meistens vor Beginn konstruktiv und wertneutral in die Thematik einführt, durch eine geringfügige Emittierung von diversen Parteibüchern altmodern ausrichten und launig bei ein oder zwei Marketingblöcken mit den Followern auf Facebook ins Gespräch kommen. Dass hierbei psychologische Wirkungen entständen, ließe sich durch die passenden Verwerfungen entkräften, die man parallel dazu auf dem Schwestersender ARD fermentiert. Let’s Dance – it’s your (last) Chance!

Man wird das Gefühl nicht los, dass in den öffentlich-rechtlichen Anstalten, die natürlich messerscharf Politik und Programm voneinander zu trennen vermögen -kein einziger Redakteur, Chefredakteur oder Leiter von Dienst arbeitet(e) dort (jemals) mit einem Parteib(r)uch- die Götterdämmerung bereits wesentlich heiterer eingesetzt hat, als man dies bisher erahnen konnte. Dies nährt die Hoffnung, dass es in ferner Vergangenheit wieder ethische Standards geben wird, die knallharte Fakten moralischer Instanzen wahrhaftig spiegeln werden – als Vorbild für das vom Abbruch ergriffene Volk. Sicher wird hierbei die aufschlussreiche Kommunikation mit den Followern, die, Gott bewahre uns davor, dass sie mehr als 140 Zeichen beträgt, ihre goldenen Früchte des Vetrauens tragen und essentiell und nachhaltig zu einem Umtrunk führen – mit den Dritten schlürft’s sich einfach schicker – als wiederkäuender Ticker… Prosit!

Infos zu dieser Glosse:
Bullshit-Index:  0.23
( http://www.blablameter.de )
Angeblich verfasst im Schreibstil von:  Sigmund Freud
( http://www.faz.net/f30/aktuell/WriteLike.aspx )